Bosch bringt eine dritte Generation seiner Siliziumkarbid-Chips mit 20 Prozent mehr Leistung. Die Halbleiter sollen Elektroautos effizienter machen. Seit 2021 hat der Konzern über 60 Millionen dieser Chips ausgeliefert und investiert Milliarden in das Geschäft.
Wenn über Halbleiter gesprochen wird, geht es oft um riesige Fabriken und um den Wettlauf der großen Foundries. Doch ein deutscher Konzern treibt abseits dieser Schlagzeilen eine besondere Art von Chip voran, die im Herzen jedes Elektroautos steckt. Die Rede ist von den Siliziumkarbid-Halbleitern von Bosch.
Nun hat das Unternehmen einen wichtigen Schritt angekündigt. Bosch bringt eine dritte Generation seiner Siliziumkarbid-Chips auf den Markt und verspricht damit einen spürbaren Sprung bei der Leistung. Es ist ein weiteres Kapitel in einer Geschichte, die schon vor einigen Jahren begonnen hat.
Was Siliziumkarbid besonders macht

Siliziumkarbid, kurz SiC, gilt in der Branche als Schlüsselmaterial für die Elektromobilität. Die Chips helfen laut Bosch dabei, Elektroautos effizienter zu machen und ihre Reichweite zu erhöhen. Markus Heyn bezeichnet solche Halbleiter sogar als die zentralen Taktgeber der Elektromobilität.
Der Fortschritt der neuen Generation lässt sich in einer Zahl zusammenfassen. Laut Bosch bietet die dritte Generation eine um zwanzig Prozent höhere Performance im Vergleich zur Vorgängergeneration. Für die Antriebselektronik eines Fahrzeugs kann das einen durchaus deutlichen Unterschied bedeuten.
Serienfertigung seit 2021
Ganz neu ist das Geschäft für Bosch nicht. Bereits 2021 startete der Konzern im Werk Reutlingen die Serienfertigung der ersten SiC-Generation. Seitdem hat das Unternehmen nach eigenen Angaben weltweit mehr als sechzig Millionen dieser Chips ausgeliefert, was die wachsende Bedeutung des Bereichs zeigt.
Ein wichtiger technischer Punkt ist dabei die Fertigung selbst. Die Produktion in Reutlingen setzt auf moderne Wafer mit einem Durchmesser von zweihundert Millimetern. Größere Wafer erlauben es in der Regel, mehr Chips pro Durchgang herzustellen, was die Effizienz der Produktion insgesamt verbessern kann.
Der Blick nach Kalifornien
Bosch denkt jedoch längst über den Standort Reutlingen hinaus. Ein übernommenes Werk im kalifornischen Roseville soll noch im Jahr 2026 die ersten SiC-Chips produzieren. Zunächst geht es dabei um Muster, die den Kunden für erste Erprobungen zur Verfügung gestellt werden sollen.
Auch finanziell ist dieser Schritt bemerkenswert. In das US-Werk fließen nach den vorliegenden Angaben zusätzlich rund 1,9 Milliarden Euro. Damit unterstreicht der Konzern, dass er die weltweite Nachfrage nach diesen speziellen Halbleitern ernst nimmt und offenbar langfristig plant.
Milliarden für die Halbleiter
Insgesamt investiert Bosch im Rahmen der europäischen IPCEI-Förderung rund drei Milliarden Euro in das Halbleitergeschäft. Das ist eine strategische Wette darauf, dass die Bedeutung eigener Chips für die Industrie in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird, gerade im Bereich der Mobilität.
Der Hintergrund ist dabei klar. Je mehr Elektroautos auf die Straßen kommen, desto größer wird der Bedarf an leistungsstarken Halbleitern für den Antrieb. Bosch positioniert sich mit den SiC-Chips als Zulieferer für genau diesen wachsenden Markt und will dort eine feste Rolle einnehmen.
Warum das wichtig ist
Über das einzelne Unternehmen hinaus berührt das Thema eine größere Frage. Chips gelten als zentral für die technologische und industrielle Eigenständigkeit. Ein Konzern, der wichtige Leistungshalbleiter selbst entwickelt und fertigt, macht sich unabhängiger von Lieferungen aus dem Ausland.
Auch technisch hat die Wahl des Materials ihren guten Grund. Im Vergleich zu klassischem Silizium können Bauteile aus Siliziumkarbid Energie effizienter umsetzen. Genau das ist im Elektroauto entscheidend, weil jede eingesparte Verlustleistung am Ende der Reichweite und dem Verbrauch zugutekommt.
Ausblick
Die Offensive von Bosch zeigt, dass die deutsche Chip-Geschichte nicht nur von großen Auftragsfertigern erzählt wird. Auch spezialisierte Leistungshalbleiter für den Antrieb spielen eine wichtige Rolle. Ob die dritte SiC-Generation die Erwartungen erfüllt, werden die kommenden Jahre auf der Straße zeigen.

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