Finnland hat die nach eigenen Angaben größte Zivilschutzübung in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg abgehalten. Mit dem Manöver soll die Bevölkerung auf den Fall vorbereitet werden, dass Russland seinen Krieg gegen die Ukraine auf weitere Nachbarländer ausweitet. Die Übung reiht sich damit in die verstärkten Bemühungen des Landes ein, für mögliche Bedrohungen besser gewappnet zu sein.
An der groß angelegten Übung nahmen mehr als 2000 Menschen teil. Darunter waren nach den vorliegenden Angaben sowohl Freiwillige als auch Studierende. Die breite Beteiligung zeigt, dass die Übung nicht allein Sache von Behörden und Einsatzkräften sein sollte, sondern ausdrücklich auch die Zivilbevölkerung einbeziehen wollte.
Das durchgespielte Szenario war bewusst ernst gehalten. In einer der beteiligten Städte wurden wichtige Teile der Infrastruktur durch Cyberangriffe lahmgelegt. Betroffen waren dabei unter anderem die Strom- und die Wasserversorgung, also zentrale Bereiche, deren Ausfall das öffentliche Leben unmittelbar treffen würde.
Neben den digitalen Angriffen sah das Szenario auch eine militärische Bedrohung vor. So bestand in der Übung die Gefahr von Raketenangriffen aus Russland. Behörden und Bevölkerung probten vor diesem Hintergrund, wie sie sich im Falle eines realen Angriffs verhalten sollten und welche Schritte dann nötig wären.
Ein zentraler Bestandteil der Übung war das Aufsuchen von Schutzräumen. Die Teilnehmer suchten Schutz in einem riesigen unterirdischen Bunker, der in einer Höhle gebaut wurde. Solche Anlagen sind darauf ausgelegt, auch unter extremen Bedingungen Sicherheit zu bieten, und stehen im Mittelpunkt der finnischen Zivilschutzvorsorge.
Der Bunker ist für den Ernstfall besonders robust ausgelegt. Nach den Angaben soll er selbst einem nuklearen oder biologischen Angriff standhalten und bietet Platz für bis zu 7000 Menschen. Damit verfügt Finnland über Schutzräume, die auf schwerste denkbare Bedrohungslagen ausgerichtet sind.
Für die Zukunft kündigte Finnland an, solche Übungen häufiger durchzuführen. Ziel ist es, die Bevölkerung besser auf mögliche Bedrohungen vorzubereiten. Die jüngste Großübung ist damit weniger ein einmaliges Ereignis als vielmehr Teil einer längerfristig angelegten Strategie, die Widerstandsfähigkeit des Landes zu stärken.
