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Matcha-Boom aus Japan: grüner Tee wird zum teuren Luxusgut

Matcha-Boom aus Japan: grüner Tee wird zum teuren Luxusgut

In Japan boomt Matcha wie nie zuvor. Das grüne Teepulver ist weltweit gefragt und landet längst nicht mehr nur in der Tasse, sondern auch in Eis, Kuchen und Kosmetik. Doch die Ernte rund um Uji bei Kyoto bleibt mühsame Handarbeit, und die Preise haben sich zuletzt fast verdreifacht, sodass Matcha in seiner Heimat zum Luxusprodukt wird.

Japan ist eine Tee-Nation und vor allem für seinen Matcha berühmt. Das feine grüne Pulver erlebt derzeit nicht nur in Japan, sondern rund um die Welt einen riesigen Hype. Denn Matcha lässt sich längst nicht mehr nur als Tee trinken, sondern landet auch im Eis, im Kuchen und sogar in Cremes und Gesichtsmasken. Über diese enorme Nachfrage freuen sich die Produzenten in Japan, auch wenn sie ihre Grenzen kennt.

Hinter dem Trend steckt allerdings eine unglaublich anstrengende Ernte. Erfahrene Erntehelferinnen berichten, dass vor allem Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger beim Pflücken stark beansprucht werden. Geerntet wird nur einmal im Jahr, und dann zählt jedes einzelne Blatt. Es ist mühsame Handarbeit, bei der ein einziger Tag deutliche Spuren an den Händen hinterlässt.

Seigo Koyama leitet seit knapp 20 Jahren das familieneigene Teehaus und erklärt, worauf es ankommt. Die Tee-Zweige haben braune und grüne Stängel, und die zarten Blätter sind die neuen Triebe, die erst in diesem Frühjahr gewachsen sind. Für den Matcha werden ausschließlich diese jungen Blätter verwendet, alles andere bleibt am Strauch.

Besonders gut gedeihen die Pflanzen in Uji, ganz in der Nähe von Kyoto. Dort werden die Sträucher beschattet, was den Tee süßer macht und die Blätter intensiver grün färbt. Diese sorgfältige Anbauweise ist einer der Gründe, warum die Region für ihren hochwertigen Matcha bekannt ist.

Der weltweite Matcha-Hype treibt die Produktion inzwischen an ihre Grenzen, sodass für Japan selbst kaum noch etwas übrig bleibt. Der Job ist anstrengend und eintönig, und gute Erntehelfer sind bei einem Stundenlohn von knapp sieben Euro schwer zu finden. Auf dem Feld arbeiten ausschließlich Frauen, viele von ihnen schon älter und seit Jahrzehnten dabei, während es kaum Nachwuchs gibt.

Eine von ihnen, Yoshiko Moriko, erzählt, dass die größte Herausforderung die schmerzenden Finger und der Rücken seien, die Arbeit ihr aber trotzdem Spaß mache. Ernte und Qualität sind auch in diesem Jahr gut, und Firmenchef Seigo Koyama ist zufrieden. Die Preise haben sich aufgrund der weltweiten Nachfrage zuletzt fast verdreifacht, sodass das grüne Gold in seiner Heimat längst zum Luxusprodukt geworden ist. Das sei einerseits erfreulich, sagt er, doch zugleich sorge man sich um die japanische Tee-Kultur, weil die Menschen vor Ort nun deutlich mehr zahlen müssen.

Nach der Ernte geht es sofort weiter in die Fabrik, wo aus dem grünen Tee Tencha am Ende Matcha werden soll. Zuerst werden die Teeblätter gleichmäßig auf der Produktionsstraße verteilt und bei rund 100 Grad gedämpft, damit sie schön grün bleiben. Anschließend folgen eine Lufttrocknung und der Ofen, in dem die Blätter knusprig wie Chips werden und ein wenig wie Spinat schmecken. Erst danach wird der Tee gelagert und schließlich zu feinem Matcha-Pulver gemahlen.

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