Wenn es bei deutschen Unternehmen nicht mehr so rund läuft, springen häufig chinesische Investoren ein, werden zu Teileigentümern oder übernehmen die Firma ganz. Wie es den aufgekauften Unternehmen danach ergeht, hat eine Analyse von rund 50 Firmen untersucht, die auch mit betroffenen Unternehmen gesprochen hat.
Das Ergebnis bei den Umsätzen fällt eher positiv aus. Fünf Jahre nach dem Einstieg chinesischer Investoren liegen die Umsätze im Durchschnitt sechs Prozent über dem Niveau des Übernahmejahres.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Beschäftigten. Sechs Jahre nach der Übernahme arbeiten in den Unternehmen im Schnitt sogar etwa zwei Prozent mehr Menschen als zum Zeitpunkt des Einstiegs, den Einbruch während der Corona-Pandemie ausgenommen.
Damit deuten weder die Arbeitsplätze noch die Umsätze auf einen systematischen Ausverkauf hin. Bei einem Teil der Firmen hat die Bedeutung nach der Übernahme sogar zugenommen, ein weiteres Drittel sieht sie als stabil an, und auch für die Zukunft überwiegt der Optimismus. Allerdings berichtet rund jedes zehnte Unternehmen von einem Bedeutungsverlust mit negativer Perspektive.
Der Blick zurück zeigt, wie groß das Interesse einmal war. In Spitzenzeiten kauften chinesische Investoren bis zu 68 deutsche Firmen pro Jahr, vornehmlich aus den Bereichen Maschinenbau, Automotive und Elektrotechnik. Seit 2016 ist die Zahl neuer Übernahmen aber deutlich zurückgegangen.
Sinnbildlich für die enge Verbindung steht Duisburg, der größte Binnenhafen der Welt. Vor zwölf Jahren erklärte China die Stadt im Ruhrgebiet zum europäischen Endpunkt der neuen Seidenstraße.
Dass es trotzdem schiefgehen kann, zeigt der Fall Kiekert. Der Weltmarktführer für Automobilschließsysteme wurde 2012 aufgekauft und 2025 meldete das Unternehmen Insolvenz an, weil zugesagte Finanzmittel aus China in Millionenhöhe ausblieben. Nach Einschätzung von Hakan Civelek von der IG Metall Mettmann scheiterte Kiekert aber nicht am chinesischen Investor selbst, sondern an den politischen Risiken, die mit ihm verbunden waren.
