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Baustoffe werden knapp und teuer, Recycling bleibt oft ungenutzt

Baustoffe werden knapp und teuer, Recycling bleibt oft ungenutzt

In Deutschland steht viel Sanierung an, etwa an der gesperrten Rheinbrücke in Bonn, doch Baustoffe wie Sand, Kies und Schotter werden knapper und teurer. In den vergangenen fünf Jahren verteuerte sich Bausand um 44,1 Prozent, Baukies um 45,4 Prozent und Kalkstein für Zement um 53,6 Prozent. Abbaustätten erschöpfen sich und Genehmigungen für neue dauern teils 15 Jahre. Eine Lösung wäre recycelter Bauschutt, aus dem sich Zement gleicher Qualität und ohne Mehrkosten herstellen lässt. Private Bauherren ordern ihn bereits, doch die öffentliche Hand winkt meist ab.

In Deutschland steht ein großer Sanierungsbedarf an. Viele Brücken sind marode, dazu kommen Schlaglöcher und Straßen, die erneuert werden müssen. Aktuell ist etwa die Rheinbrücke in Bonn gesperrt, was für Umwege und lange Staus sorgt.

Für solche Projekte werden große Mengen an Sand, Kies und Schotter gebraucht. Doch genau diese Rohstoffe werden immer knapper und teurer, obwohl Deutschland eigentlich steinreich ist und es fast überall Kies- und Sandgruben gibt.

Das Problem liegt vor allem bei den Genehmigungen. Abbaustätten erschöpfen sich nach einigen Jahren, und neue genehmigt zu bekommen, wird immer schwieriger. Der Unternehmer Pius Geiger, der an rund 30 Standorten Steinbrüche sowie Kies- und Betonwerke betreibt, berichtet, dass Genehmigungsverfahren manchmal 15 Jahre dauern und für Bauunternehmen zu existenziellen Risiken führen können.

Wenn das Material knapp wird, steigen die Preise. Nach Angaben von Tim Kuhlmann vom Baustoff-Online-Händler Bobby Deutschland verteuerte sich Bausand in den vergangenen fünf Jahren um 44,1 Prozent und Baukies sogar um 45,4 Prozent. Für Kalkstein, den man zur Herstellung von Zement braucht, müssen die Abnehmer inzwischen 53,6 Prozent mehr zahlen.

Es gibt allerdings eine Lösung für das Problem: das Recycling. Normaler Zement besteht zu einem großen Teil aus energieintensivem Zementklinker, und genau den ersetzt ein Unternehmen durch Material, das aus Bauschutt gewonnen wird.

Dafür wird das Recyclingmaterial in riesigen Mühlen zu feinstem Staub gemahlen und anschließend zu Zement weiterverarbeitet. Das Endprodukt erfüllt die gleichen Qualitätskriterien wie klassischer Zement und ist auch nicht teurer.

Private Bauherren ordern diese Recyclingbaustoffe bereits, doch die öffentliche Hand winkt meist ab. Recycling beim Bau scheint in vielen deutschen Amtsstuben noch nicht angekommen zu sein. Pius Geiger, der inzwischen stark auf Recycling setzt, beklagt Ressentiments gegenüber Recyclingbaustoffen gerade bei der öffentlichen Hand, die seiner Meinung nach hier eine Vorreiterrolle einnehmen müsste.

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