Schokolade essen und damit dem Planeten etwas Gutes tun, das soll tatsächlich möglich sein. Eine junge Unternehmerin aus Bayern hat eine nachhaltige Schokoladenalternative entwickelt, die ganz ohne Kakaobohnen auskommt. Stattdessen besteht die Masse vor allem aus Sonnenblumenkernen, und nach Darstellung der Gründer soll sie die Süßwarenindustrie spürbar verändern.
In einem unscheinbaren Industriegebiet im Süden Deutschlands entwickelt die Gründerin Marquardt nach eigenen Angaben ein Patent nach dem anderen. Gemeinsam mit Küchenchef Lukas wird im Labor an dem Produkt gearbeitet, das den Namen ChoViva trägt. Neben den Sonnenblumenkernen kommen vor allem Zucker und Pflanzenfett zum Einsatz.
Der Herstellungsprozess ähnelt dem klassischer Schokolade. Die Masse wird zunächst gewalzt und anschließend conchiert, um sie zu verflüssigen. Danach wird sie temperiert, damit das Fett die richtige Kristallstruktur bekommt. Nach dem Abkühlen entsteht so ein Produkt mit Glanz, knackiger Textur und einem sauberen Bruch, das nach Angaben der Entwickler zart schmelzend ist, einen festen Biss hat und ein gutes Aroma bietet.
Das Start-up mit dem Namen Planet A Foods wurde im Jahr 2021 gegründet. Hinter dem Unternehmen stehen Sara Marquardt und ihr Bruder Maximilian, die für ihre Idee bereits eine ganze Reihe von Auszeichnungen erhalten haben. Inzwischen beschäftigt die Firma Forscher und Techniker aus 18 Ländern, als Arbeitssprache wird dabei meist Englisch verwendet.
Das Interesse aus der Wirtschaft ist beträchtlich. Nach Angaben aus dem Unternehmen sind zahlreiche Firmen in Europa, darunter auch bekannte Großkonzerne, sehr an dem Schokoladenersatz interessiert. Hintergrund ist auch, dass der Kakaopreis in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist und Hersteller nach Alternativen suchen.
Eine zentrale Rolle spielt der Klimawandel. Kakao stammt aus Anbauregionen, die stark von veränderten Wetterbedingungen betroffen sind, in denen es zur falschen Zeit regnet und der Anbau dadurch unsicherer wird. Eine Schokolade, die ohne Kakaobohnen auskommt, soll diese Abhängigkeit verringern.
Die Gründer wollen die Schokolade nach eigenen Worten zukunftssicher machen, indem sie regional und lokal in Europa produzieren. Dadurch würden die Transportwege kürzer und die Ökobilanz besser. Ihre erklärte Vision ist es, ein fester Bestandteil der Schokoladenwelt von morgen zu werden, damit auch künftige Generationen weiterhin Schokolade genießen können.
