business | Euronews Deutsch |
EU-Kommissionspraesidentin Ursula von der Leyen hat ihre Kommissare zu Dringlichkeitsgespraechen ueber eine schaerfere Handelspolitik gegenueber China zusammengerufen. Das Handelsdefizit mit Peking lag 2025 bei 360 Milliarden Euro und waechst weiter.
EU-Kommissionspraesidentin Ursula von der Leyen hat ihre Kommissare am Freitag zu ausserplanmaessigen Dringlichkeitsgespraechen zusammengerufen, um ueber eine schaerfere wirtschaftliche Haltung gegenueber China zu beraten. Die Diskussion hinter verschlossenen Tueren gilt als erster Schritt in Richtung moeglicherweise strengerer Handelsmassnahmen.
Hintergrund ist das dramatisch wachsende Handelsdefizit mit Peking, das im vergangenen Jahr bei gewaltigen 360 Milliarden Euro lag und sich im ersten Quartal 2026 weiter verschlechtert hat. Experten warnen bereits vor einem China-Schock 2.0, vergleichbar mit der Deindustrialisierung im US-amerikanischen Rust Belt vor 25 Jahren.
Besonders Deutschland ist verwundbar: Allein im vergangenen Jahr gingen dort 120.000 Arbeitsplaetze in der verarbeitenden Industrie verloren. Diplomaten beschreiben Chinas Taktik als raeuberisch und warnen, dass Peking bereit sei, wirtschaftliche Abhaengigkeiten fuer geopolitische Zwecke als Waffe einzusetzen.
Zu den diskutierten Massnahmen gehoeren Zoelle, Quoten und Anti-Subventionsabgaben. Eine neue Idee sieht vor, EU-Unternehmen zu verpflichten, ihre Lieferanten zu diversifizieren und Rohstoffe aus mindestens zwei Laendern zu beziehen. EU-Industriekommissar Stephane Sejournet hat diesen Ansatz bereits oeffentlich unterstuetzt.
Die EU-Mitgliedstaaten sind in der China-Frage jedoch gespalten, was eine einheitliche Antwort erschwert. Waehrend einige Laender auf entschiedenes Handeln draengen, fuerchten andere Vergeltungsmassnahmen Pekings gegen ihre Exporte. Die Diskussion markiert dennoch einen Wendepunkt in der europaeischen China-Politik, berichtete Euronews.