Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump hinterlässt deutliche Spuren im Außenhandel der Europäischen Union. Im ersten Quartal 2026 sind die EU-Exporte in die USA im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent eingebrochen. Der Rückgang zeigt, wie stark sich die neuen Handelsbarrieren bereits auf die Ausfuhren in den wichtigsten Absatzmarkt der Union auswirken, und macht die Zölle zu einem spürbaren Belastungsfaktor für die europäische Wirtschaft.
Besonders betroffen sind einige der wichtigsten Branchen der europäischen Wirtschaft. Die Zölle trafen Schlüsselindustrien wie die Automobilindustrie, die Pharmaindustrie und die Halbleiterindustrie, aber auch die Wein- und Käseindustrie. Damit reicht die Wirkung der Maßnahmen von der hochtechnologischen Fertigung bis zu traditionellen Exportgütern, die für viele Regionen Europas von wirtschaftlicher Bedeutung sind.
Trotz des Einbruchs bleiben die Vereinigten Staaten der mit Abstand größte Abnehmer europäischer Waren. Mit rund 120 Milliarden Euro sind sie weiterhin der größte Exportmarkt der EU, was etwa 19 Prozent der gesamten EU-Ausfuhren entspricht. Der hohe Anteil verdeutlicht, wie abhängig der europäische Außenhandel vom Geschäft mit den USA bleibt, selbst wenn dieses unter wachsenden Druck gerät.
Die Auswirkungen beschränken sich allerdings nicht auf den transatlantischen Handel allein. Insgesamt gingen die EU-Exporte in den Rest der Welt im Vergleich zum ersten Quartal 2025 um 9 Prozent zurück, wozu die Entwicklung in den USA beitrug. Der Rückgang erfasste damit ein deutlich breiteres Feld als nur den amerikanischen Markt und deutet auf eine allgemeine Abschwächung der Ausfuhren hin.
Auch der Handel mit weiteren wichtigen Partnerländern entwickelte sich rückläufig. Die Exporte nach China und in die Türkei gingen ebenfalls zurück, wenn auch weniger stark als jene in die Vereinigten Staaten. Das deutet darauf hin, dass die Schwäche im Außenhandel nicht auf eine einzelne Region begrenzt ist, sondern mehrere Handelsbeziehungen der Union zugleich betrifft.
Den stärksten Rückgang verzeichnete jedoch der Handel mit dem Iran. Dieser Einbruch ist nach den vorliegenden Angaben hauptsächlich auf Sanktionen zurückzuführen, die mit dem iranischen Atomprogramm, der Unterstützung Russlands und Menschenrechtsverletzungen begründet werden. Damit hebt sich der Iran als der Markt mit dem deutlichsten Minus von den übrigen Partnerländern ab.
Inmitten dieser überwiegend negativen Entwicklung gibt es jedoch auch einen klaren Lichtblick. Die EU konnte ihre Ausfuhren nach Indonesien ausbauen, die im ersten Quartal um 23 Prozent stiegen. Grund dafür ist das neue Freihandelsabkommen CEPA, das darauf abzielt, Zölle auf die meisten EU-Exporte zu senken oder abzuschaffen sowie die Zollverfahren zu vereinfachen, und damit den Handel zwischen beiden Seiten erleichtert.
