Deutschland und Frankreich haben sich auf eine Beteiligung des Bundes am deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS geeinigt. Nach dem geplanten Börsengang des Unternehmens sollen beide Staaten jeweils 40 Prozent an dem Panzerbauer halten. Dem Einstieg muss allerdings noch der Bundestag zustimmen, bevor er endgültig vollzogen werden kann.
KNDS zählt zu den bedeutendsten Rüstungsunternehmen Europas und stellt unter anderem die Kampfpanzer Leopard 2 und Leclerc her. Der Konzern ist deutsch-französisch aufgestellt und soll an beiden Börsenplätzen notiert werden, was ihm eine zentrale Rolle in der europäischen Verteidigungsindustrie sichert und das staatliche Interesse an einer Beteiligung erklärt.
Hintergrund der Einigung ist ein geplanter Verkauf von Anteilen. Die Eigentümerfamilien, denen die Hälfte des Panzerherstellers gehört, haben sich darauf verständigt, einen Anteil von 40 Prozent an den deutschen Staat zu verkaufen. Damit erhält der Bund direkten Einfluss auf einen strategisch wichtigen Hersteller von schwerem militärischem Gerät.
Auch die finanziellen Eckpunkte werden bereits genannt. Der Deal würde KNDS je nach Kursentwicklung nach dem Listing mit 15 bis 18 Milliarden Euro bewerten. Für seinen Anteil müsste der deutsche Staat dementsprechend rund 6 bis 7 Milliarden Euro aufbringen, wobei der Einstieg über die staatliche Förderbank KfW abgewickelt werden soll.
Auch der zeitliche Rahmen steht weitgehend fest. Der Börsengang ist für Juni oder Juli 2026 geplant, als spätester Termin gilt der 13. Juli, einen Tag vor den französischen Nationalfeiertagsfeierlichkeiten zum Bastille-Tag. Bis dahin soll die Transaktion über die Bühne gehen, sofern die nötigen Zustimmungen vorliegen.
Trotz der grundsätzlichen Einigung gibt es weiterhin politische Spannungen. Das Bundesverteidigungsministerium verlangt ein Vetorecht und will die Befugnis des französischen Vorstandschefs einschränken, bestimmte Personalentscheidungen im Vorstand eigenständig zu treffen. Über diese Fragen der Mitsprache und Kontrolle wird auf politischer Ebene weiter verhandelt.
Mit dem staatlichen Einstieg sichern sich Berlin und Paris langfristig Einfluss auf einen Schlüsselbetrieb der Panzerproduktion in Europa, in einer Zeit steigender Verteidigungsausgaben. Ob und wann der Deal endgültig vollzogen wird, hängt nun von der Zustimmung des Bundestages sowie vom erfolgreichen Verlauf des Börsengangs ab.
