Beim Autobauer Volkswagen bahnt sich Berichten zufolge der wohl tiefste Einschnitt seiner Unternehmensgeschichte an. Demnach plant der Konzern, in den kommenden Jahren bis zu 100.000 Stellen zu streichen. Das entspricht etwa 15 Prozent der weltweiten Belegschaft und wäre damit der radikalste Umbau in der inzwischen 89-jährigen Geschichte des Unternehmens.
Neben dem massiven Stellenabbau sollen den Berichten zufolge auch mehrere Standorte vom Netz gehen. Geplant ist die Schließung von vier Werken. Betroffen sind demnach die Standorte in Hannover, Zwickau und Emden sowie das zur Konzerntochter Audi gehörende Werk im baden-württembergischen Neckarsulm.
Der Konzern will dem Vernehmen nach nicht nur bei den Beschäftigten und den Werken ansetzen, sondern auch bei seinen Ausgaben. So soll Volkswagen seine Investitionen über einen Zeitraum von fünf Jahren um rund 15 Prozent zurückfahren, um die Kosten spürbar zu senken.
Teil des Umbaus ist Berichten zufolge zudem eine tiefgreifende Neuordnung der Konzernstruktur. So soll die Kernmarke Volkswagen ebenso wie das Geschäft mit Autoteilen in eigenständige Einheiten abgespalten werden. Damit würde sich der Aufbau des Konzerns grundlegend verändern.
Als Hintergrund für den geplanten Kraftakt gilt der zunehmende Druck auf die europäischen Autobauer. Volkswagen sieht sich einem deutlich verschärften Wettbewerb durch chinesische Hersteller gegenüber, die mit eigenen Modellen verstärkt auf den Markt drängen und etablierte Konzerne unter Zugzwang setzen.
Auch die jüngsten Geschäftszahlen verdeutlichen den Druck. Im ersten Quartal 2026 brach der Nettogewinn des Konzerns den Berichten zufolge um 28 Prozent auf rund 1,56 Milliarden Euro ein, während der Umsatz um 2 Prozent zurückging. Verantwortlich für den Konzern und den geplanten Umbau ist Vorstandschef Oliver Blume.
Auf entschiedenen Widerstand stoßen die Pläne bei den Arbeitnehmervertretern. Die Gewerkschaft IG Metall und der Gesamtbetriebsrat von Volkswagen erklärten, sie würden ein solches Vorgehen, sollte es tatsächlich vorangetrieben werden, mit aller Macht verhindern. Eine Auseinandersetzung zwischen Konzernführung und Belegschaft zeichnet sich damit ab.
