Die Beziehungen zwischen den Nachbarn Griechenland und der Tuerkei waren zuletzt eher ruhig, doch im Bereich von Tourismus und Handel hat sich ein grundlegender Wandel vollzogen. Das Gesamtvolumen von Handel und Tourismus zwischen den beiden Laendern hat sich Berichten zufolge in den vergangenen fuenf Jahren verdoppelt, allerdings sehr einseitig.
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung im Reiseverkehr. Die Zahl der Griechen, die jedes Jahr die Tuerkei besuchen, bleibt in etwa stabil. Im Gegensatz dazu hat sich die Zahl der Tuerken, die nach Griechenland reisen, in den vergangenen vier Jahren verdreifacht und sorgt damit fuer einen spuerbaren Schub im Tourismus.
Wie gross das Interesse an Reisen ist, laesst sich auch an der Nachfrage nach Visa ablesen. Das griechische Konsulat in Istanbul stellt nach den vorliegenden Angaben taeglich etwa 1300 Visa aus. Die Zahl verdeutlicht, wie stark der Reiseverkehr von der tuerkischen Seite in Richtung Griechenland inzwischen geworden ist.
Verschoben hat sich allerdings nicht nur die Richtung der Reisestroeme, sondern auch das Ausgabeverhalten. Die Griechen, die nach Istanbul reisen, kaufen den Berichten zufolge nicht mehr so viel wie frueher. Damit veraendert sich auch das wirtschaftliche Gewicht, das beide Besuchergruppen fuer das jeweilige Nachbarland haben.
Ein aehnliches Bild zeichnet sich beim Warenaustausch ab. Laut der Statistikbehoerde in Athen hat sich die Handelsbilanz zwischen den beiden Laendern zuletzt deutlich verschoben. Die Zahlen deuten darauf hin, dass sich das wirtschaftliche Verhaeltnis zugunsten der tuerkischen Seite entwickelt hat.
Konkret haben sich die Importe aus der Tuerkei nach Griechenland nach diesen Angaben fast verdreifacht. Tuerkische Waren finden damit in immer groesserem Umfang ihren Weg auf den griechischen Markt, was die enge wirtschaftliche Verflechtung der beiden Nachbarn weiter verstaerkt.
Im Gegensatz dazu waren die Exporte aus Griechenland in die Tuerkei zuletzt ruecklaeufig. Das Gesamtbild ist damit das einer Annaeherung, die vor allem in eine Richtung verlaeuft: Mehr tuerkische Besucher und mehr tuerkische Waren in Griechenland, waehrend die griechische Seite im Austausch an Boden verliert.
