Eine neue Studie der Europaeischen Umweltagentur offenbart ein alarmierendes Bild: 68 Prozent der Bevoelkerung in der EU haben zu Hause weder Klimaanlage noch Ventilator. In einigen Laendern ist dies schlicht nicht noetig, doch 38 Prozent geben an, sich solche Kuehlsysteme gar nicht leisten zu koennen.
Die Zahlen variieren erheblich zwischen den Laendern. In Frankreich koennen sich 42 Prozent der Menschen keine Kuehlung leisten, in Griechenland sind es 46 Prozent, in Portugal 45 Prozent, in Spanien 34 Prozent, in Italien 37 Prozent und in Rumaenien 39 Prozent.
Natuerlich gibt es auch andere Moeglichkeiten der Abkuehlung, wie Rolllaeden, Markisen und andere Aussenbeschattungen. Aber eine Mehrheit der Bevoelkerung in Spanien, Portugal, Italien und Zypern gibt an, nicht einmal ueber diese Moeglichkeiten zu verfuegen.
Dennoch ist die Sorge vor den Folgen hoher Temperaturen in diesen Laendern gross. Sehr oder ziemlich besorgt zeigen sich 70 bis 75 Prozent der Menschen in Zypern, Griechenland und Malta. Diese Laender gehoeren zu den am staerksten von Hitzewellen betroffenen Regionen Europas.
Mit Blick auf den Klimawandel rangiert die Sorge der EU-Buerger vor hohen Temperaturen ganz vorn unter allen klimabedingten Bedrohungen. Danach folgen Ueberschwemmungen, Waldbraende und Wassermangel als die groessten Befuerchtungen.
In Spanien waren im Mai bereits Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius gemessen worden, was die Sorgen der Bevoelkerung ueber den bevorstehenden Sommer verstaerkt. Klimaexperten warnen, dass Hitzewellen in Europa in den kommenden Jahren noch haeufiger und intensiver werden koennten.
Die Studie unterstreicht die wachsende soziale Ungleichheit im Umgang mit dem Klimawandel. Waehrend wohlhabendere Haushalte in Kuehlsysteme investieren koennen, bleiben einkommensschwache Familien dem steigenden Hitzerisiko schutzlos ausgeliefert. Die Europaeische Union steht vor der Herausforderung, Kuehlung als grundlegendes Beduerfnis anzuerkennen und bezahlbar zu machen.
