Die Hitzewelle in Frankreich hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Der Wetterdienst Meteo France versetzte am Dienstag 54 Departements im Westen des Landes in die höchste Warnstufe Rot. Weitere 35 Regionen stehen unter orangefarbener Hitzewarnung. Damit ist ein großer Teil des Landes auf der höchsten Alarmstufe, mit der die Behörden vor einer unmittelbaren Gefahr für die Bevölkerung warnen.
Die erwarteten Temperaturen liegen weit über dem üblichen Sommerniveau. Meteo France rechnet mit Tageshöchstwerten von bis zu 42 Grad. Auch in der Nacht bringt die Hitze kaum Entlastung, denn die Temperaturen fallen häufig nicht unter 18 bis 24 Grad. Diese ausbleibende nächtliche Abkühlung gilt als besonders belastend, weil sich der Körper über mehrere Tage hinweg nicht erholen kann.
Die laufende Hitzewelle hat bereits einen Rekord gebrochen. Nach Angaben von Meteo France war die Nacht von Montag auf Dienstag die heißeste jemals in Frankreich gemessene Julinacht. Damit reiht sich das aktuelle Ereignis in eine Serie von Extremen ein, die für das Land in dieser Form außergewöhnlich sind und die Tragweite der derzeitigen Lage unterstreichen.
Betroffen ist nahezu das gesamte Land. Mehr als 90 Prozent der französischen Bevölkerung sind nach den vorliegenden Angaben derzeit von der extremen Hitze betroffen. Die Hitze beschränkt sich damit nicht auf einzelne Regionen, sondern erfasst weite Teile Frankreichs gleichzeitig und stellt das öffentliche Leben vielerorts vor erhebliche Herausforderungen.
Die Behörden reagieren mit weitreichenden Maßnahmen. Schulen bleiben geschlossen, Veranstaltungen im Freien werden abgesagt, und Bahnreisende werden gebeten, nicht notwendige Fahrten zu vermeiden. Mit diesen Schritten sollen die Menschen vor den Folgen der Hitze geschützt und zugleich Belastungen für die Infrastruktur in den heißesten Stunden verringert werden.
Die Hitze hat bereits Todesopfer gefordert. Mehrere Menschen kamen ums Leben, die in unbewachten Gewässern Abkühlung suchten und ertranken. Ministerpräsident Sébastien Lecornu erklärte nach einer Krisensitzung, bei den meisten Opfern habe es sich um junge Menschen gehandelt. Die Behörden warnen eindringlich vor dem Baden an unbeaufsichtigten Stellen.
Auch in anderen Teilen Europas sorgt die Hitzewelle für Probleme. In Spanien wurden vielerorts Temperaturen um die 40 Grad erwartet, und auch Belgien, Italien, Deutschland und Großbritannien kämpfen mit außergewöhnlich hohen Temperaturen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation starben in den vergangenen vier Jahren europaweit mehr als 200.000 Menschen an hitzebedingten Ursachen, ein Großteil dieser Todesfälle wäre der WHO zufolge vermeidbar gewesen.
