Die anhaltende Hitzewelle in Frankreich fordert eine wachsende Zahl von Todesopfern. Nach Angaben der Regierung sind seit Donnerstag mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen, die in unbewachten Gewässern Abkühlung suchten und dabei ertranken. Die Behörden sprechen damit von den ersten und besonders tragischen Opfern der aktuellen Hitzeperiode.
Ministerpräsident Sébastien Lecornu äußerte sich nach einer Krisensitzung zu den Todesfällen. Er erklärte, bei den meisten Opfern habe es sich um junge Menschen gehandelt, die an heißen Tagen Erfrischung im Wasser gesucht hätten. Die Regierung versucht, mit eindringlichen Appellen und einer Krisenkoordination auf die Gefahren der extremen Hitze zu reagieren.
Das gesamte Land steht unter erheblichem Druck durch die Temperaturen. Frankreich wurde in die höchste Warnstufe Rot eingestuft, während weitere 35 Regionen unter einer orangefarbenen Hitzewarnung stehen. Erwartet werden Tageshöchstwerte von bis zu 42 Grad, die das öffentliche Leben in weiten Teilen des Landes stark beeinträchtigen.
Besonders belastend ist, dass es auch in der Nacht kaum noch Abkühlung gibt. Die Temperaturen fallen häufig nicht unter 18 bis 24 Grad. Nach Angaben von Météo France war die Nacht von Montag auf Dienstag die heißeste jemals in Frankreich gemessene Julinacht, was die Erholung für viele Menschen erschwert. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung sind derzeit von der extremen Hitze betroffen.
Die Behörden reagieren mit weitreichenden Maßnahmen. Schulen bleiben geschlossen, Veranstaltungen im Freien werden abgesagt, und Bahnreisende werden gebeten, nicht notwendige Fahrten zu vermeiden. Mit diesen Schritten soll die Belastung für besonders gefährdete Gruppen und für die Infrastruktur in der Hitze verringert werden.
Auch in anderen Teilen Europas sorgt die Hitzewelle für Probleme. In Spanien wurden vielerorts Temperaturen um die 40 Grad erwartet, und auch Belgien, Italien, Deutschland und Großbritannien kämpfen mit außergewöhnlich hohen Temperaturen. Die extreme Hitze erstreckt sich damit über große Teile des Kontinents.
Die Gefahren solcher Hitzeperioden sind erheblich. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation starben in den vergangenen vier Jahren europaweit mehr als 200.000 Menschen an hitzebedingten Ursachen. Ein Großteil dieser Todesfälle wäre laut WHO vermeidbar gewesen, was den Druck auf die Behörden erhöht, sich besser auf wiederkehrende Hitzewellen einzustellen.
