Der vergangene Juni hat in Westeuropa einen traurigen Rekord aufgestellt. Wie Euronews unter Berufung auf Daten des EU-Klimadienstes Kopernikus berichtet, hat die Region den heißesten Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt, nachdem eine massive Hitzewelle weite Teile des Kontinents erfasst hatte.
Die konkreten Messwerte unterstreichen das Ausmaß der Hitze. Nach Angaben von Kopernikus lag die Durchschnittstemperatur in Westeuropa im Juni bei 20,74 Grad. Das sind mehr als drei Grad über dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahrzehnte, ein deutlicher Ausschlag, der die Ausnahmesituation des Monats verdeutlicht.
Der Befund fügt sich in einen größeren Trend ein. Europa erwärmt sich den Daten zufolge schneller als jeder andere Kontinent, was die Region in besonderem Maße den Folgen steigender Temperaturen aussetzt und Hitzeperioden wie die des Junis wahrscheinlicher macht.
Als Ursache benennen die Fachleute klar den Klimawandel. Der menschengemachte Klimawandel sorgt demnach dafür, dass Hitzewellen häufiger auftreten und intensiver ausfallen, sodass Extremereignisse, die früher als selten galten, zunehmend zur Regel werden.
Die Hitze blieb nicht ohne gravierende Folgen für die Menschen. Mit der Hitzewelle im Juni wurden tausende Todesfälle in Verbindung gebracht, vor allem in Frankreich, Spanien und Belgien, wo die hohen Temperaturen besonders viele Menschen betrafen und das Gesundheitswesen belasteten.
Angesichts dieser Bilanz fordern Fachleute ein entschlosseneres Gegensteuern. Klimaforscher verlangen bessere Anpassungspläne, wozu etwa gehört, ältere Gebäude so zu sanieren, dass sie der Hitze besser standhalten, um die Bevölkerung künftig wirksamer vor extremen Temperaturen zu schützen.
Zugleich betonen sie die Notwendigkeit, die Ursachen zu bekämpfen. Der Ausstoß von Treibhausgasen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe müsse so schnell wie möglich auf null sinken, mahnen die Forscher, denn nur so lasse sich die weitere Erwärmung und mit ihr die Häufung solcher Hitzerekorde langfristig eindämmen.
