Rund sechzig Jahre nach ihrer ersten Eröffnung erstrahlt die Berliner Mokka-Milch-Eisbar wieder in neuem Glanz, wenn auch unter dem leicht verkürzten Namen Mokka-Milch. Das Kultlokal liegt an der einstigen DDR-Prachtstraße Karl-Marx-Allee, wo die Betreiber die Atmosphäre von damals wieder aufleben lassen wollen.
Mit viel Liebe zum Detail hat Betreiberin Natascha Neumann das denkmalgeschützte Gebäude renoviert und neu eingerichtet. Der Aufwand zahlt sich aus: Vor allem viele ostdeutsche Besucher kehren zurück, angezogen von der Nostalgie vergangener Jahrzehnte, doch auch zahlreiche neue Gäste finden den Weg in das wiedereröffnete Lokal.
In den 1960er Jahren hatte ein Schlager die Mokka-Milch-Eisbar weit über Berlin hinaus bekannt gemacht. Berühmt war das Lokal damals vor allem für seine Eisbecher und als beliebter Treffpunkt, an dem sich viele Menschen verabredeten.
Anders als früher steht heute jedoch nicht mehr die Eisproduktion im Mittelpunkt. Stattdessen setzen die Betreiber auf einen Restaurant- und Cafébetrieb sowie auf Coworking. Damit wollen sie weiterhin Begegnungen und Verbindungen zwischen Menschen möglich machen. Eine kleine Auswahl an Eis gibt es aber nach wie vor.
Bei den Gästen kommt die Rückkehr des Traditionslokals gut an. Schön sei es, dass hier wieder geöffnet habe, weil das Lokal zur Straße und zur Begegnung der Menschen gehöre, sagt eine Besucherin. Diese Bar sei ganz wichtig und dürfe nie wieder schließen.
Für viele ist das Wiedersehen mit Erinnerungen verbunden. Sie sei seit achtzig Jahren Berlinerin, erzählt eine ältere Besucherin, und das Lokal sei schon damals ein Treffpunkt gewesen, auch rund um den Kinobesuch, entweder vorher oder hinterher. Dass das Konzept aufgeht, zeigt sich bereits jetzt: Auf der Terrasse ist fast jeder Platz besetzt.
