An diesem Abend wird in Bremen das internationale Festival der Straßenkünstler La Strada eröffnet. Für den Auftakt sorgt die französische Compagnie Gratte-Ciel, deren Name auf Deutsch so viel wie Wolkenkratzer bedeutet.
Das Ensemble zählt zu den bekanntesten Luftakrobatik-Truppen Europas. Schon bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris vor zwei Jahren hatte die Compagnie für spektakuläre Bilder gesorgt und sich damit einen Namen über die Grenzen Frankreichs hinaus gemacht.
Mitten auf dem Bremer Marktplatz schweben die Artistinnen und Artisten von Gratte-Ciel auf sechs Meter hohen Stelzen. Es ist eine waghalsige Performance, bei der sich die Blicke der Menschen automatisch nach oben richten.
Für den Artisten Danilo de Campos Pacheco ist das jedoch keine besondere Mutprobe. Er habe bereits in 20 Metern Höhe und ohne Sicherung performt und kenne keine Angst, sagt er, was ihm bei dieser Show sehr entgegenkomme.
Bei der Show mit dem Titel Roséo ist alles live, auch der Gesang. De Campos Pacheco versucht nach eigenen Worten, eine Verbindung zu dem Ort herzustellen, der ihn umgibt, und nimmt den Marktplatz als historisch stark aufgeladenen Platz wahr.
Geprobt wird unter dem strengen Blick von Kompanieleiterin Camille Bommier. Die Französin tourt mit ihrer Truppe durch die ganze Welt, doch ein Festival wie La Strada zu eröffnen, ist auch für sie etwas Besonderes.
Eingeladen zu werden, um ein Festival zu eröffnen, sei eine Anerkennung, sagt Bommier, bedeute aber natürlich auch immer Druck. Für die Performance an diesem Abend habe sie jedoch ein sehr gutes Gefühl.
