LIVE PROTOCOL
EET--:--:-- edition--.--.--

Düsseldorf stoppt den geplanten Opernneubau aus Geldmangel

Düsseldorf stoppt den geplanten Opernneubau aus Geldmangel

Düsseldorf wird die geplante neue Oper am Rhein nicht bauen. Oberbürgermeister Keller verkündete überraschend das Aus für den Opernneubau in der Landeshauptstadt, als Begründung nannte er fehlendes Geld. Damit waren der Architekturwettbewerb und die Präsentation eines hochgelobten Entwurfs vergebens. Statt eines milliardenschweren Neubaus soll nun das alte Haus saniert werden. Ein Paket von 20 Millionen Euro soll in der kommenden Ratssitzung beschlossen werden, um die Spielfähigkeit der Oper bis 2034 zu sichern.

Düsseldorf wird die lange geplante neue Oper am Rhein nun doch nicht bauen. Oberbürgermeister Keller verkündete überraschend das Aus für den Opernneubau in der Landeshauptstadt. Als Begründung nannte er schlicht fehlendes Geld, womit ein über Jahre vorangetriebenes Großvorhaben unerwartet vom Tisch ist.

Mit der Entscheidung waren auch die bisherigen Vorarbeiten umsonst. Sowohl der Architekturwettbewerb als auch die Präsentation eines wirklich hochgelobten Entwurfs verlieren damit ihren Zweck, denn der prachtvolle Bau, der einst als neue Oper am Rhein hätte entstehen sollen, wird in dieser Form nicht mehr verwirklicht.

Offenbar wollte Düsseldorf nicht zum dritten teuren Prestigeprojekt in einer Reihe werden. In Hamburg hatte die Elbphilharmonie für Schlagzeilen gesorgt, und auch in Köln liefen bei der jahrelang umgebauten Oper die Kosten völlig aus dem Ruder. An diesen beiden Beispielen wurde sichtbar, wie schnell solche Kulturbauten den geplanten Rahmen sprengen können.

Für den milliardenschweren Neubau gab der Haushalt der Stadt am Ende nicht mehr genug her. Schon im Vorfeld zeichnete sich ab, dass die finanziellen Spielräume nicht ausreichten, um ein derart großes und kostspieliges Projekt verlässlich zu stemmen, ohne andere Aufgaben der Stadt zu gefährden.

Ganz ohne Kosten bleibt die Episode allerdings nicht. Der geplante Neubau hat bereits mehrere Millionen Euro für den Wettbewerb und die Vorplanung verschlungen, also für Leistungen, die nun nicht in einen tatsächlichen Bau münden werden. Das Geld ist damit ausgegeben, ohne dass am Ende eine neue Oper steht.

In Düsseldorf fielen die Reaktionen auf das Aus gemischt aus. Manche zeigten sich enttäuscht, weil das Projekt langsam Formen angenommen hatte, andere begrüßten die Entscheidung, mochten die alte Oper oder hielten es für falsch, so viel Geld auszugeben, wenn es an anderer Stelle fehlt. Einige sahen in dem Neubau ohnehin eher ein Projekt der Selbstverwirklichung.

Da das alte Haus weiter bespielt werden soll, steht nun eine Sanierung an. Die Stadt hat dafür ein Paket geschnürt, über das der Rat in der kommenden Sitzung entscheiden soll und das rund 20 Millionen Euro umfasst, um die Spielfähigkeit bis 2034 zu sichern. Für die geschäftsführende Direktorin der Deutschen Oper am Rhein, Alexandra Stampler-Brown, kam die Entscheidung nach eigenen Worten völlig überraschend.

Loading article...