Bei Ausgrabungsarbeiten vor der Kathedrale Notre-Dame in Paris sind hunderte Objekte vom Mittelalter bis aus der Zeit des Roemischen Reichs gefunden worden. Experten sprechen bereits von der Ausgrabung des Jahrhunderts.
Eigentlich sollte nur der Platz vor der Kathedrale umgestaltet und mit Baeumen bepflanzt werden. Doch bei den Vorbereitungsarbeiten stiessen die Arbeiter auf archaeologische Schaetze, woraufhin ein Expertenteam die Grabungen uebernahm.
Inzwischen graebt ein archaeologisches Team in vier Metern Tiefe unter dem Vorplatz von Notre-Dame. An manchen Tagen legen die Archaeologinnen und Archaeologen so viele Fundstuecke frei, dass diese 15 Kisten fuellen.
Zu den bedeutendsten Entdeckungen gehoert eine Muenze mit dem Bildnis des roemischen Kaisers Konstantins des Grossen, der ab dem Jahr 306 regierte. Auch mittelalterliche Keramik wurde in grosser Menge gefunden.
Die Funde spannen einen Bogen ueber fast zwei Jahrtausende Pariser Geschichte. Vom Roemischen Reich ueber das Mittelalter bis in die Neuzeit dokumentieren sie die verschiedenen Epochen, die der Ort vor der beruhmten Kathedrale durchlebt hat.
Der neue Platz vor Notre-Dame soll mit 160 Baeumen bepflanzt werden und ist Teil des Pariser Plans zur Anpassung an den Klimawandel. Die Fertigstellung ist bis 2028 geplant, koennte sich durch die archaeologischen Funde jedoch verzoegern.
Die Ausgrabungen zeigen einmal mehr, wie reich der historische Untergrund von Paris ist. Jede Bauarbeit in der Innenstadt birgt das Potenzial, bedeutende archaeologische Schaetze aus verschiedenen Epochen der europaeischen Geschichte freizulegen.
