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UNESCO erkennt deutsche Schaustellerkultur als Kulturerbe an

UNESCO erkennt deutsche Schaustellerkultur als Kulturerbe an

Die UNESCO hat die Schaustellerkultur als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Volksfeste sind das beliebteste Freizeitangebot in Deutschland, rund 390 Millionen Gäste besuchen sie jährlich. Die Würdigung richtet den Blick auf das Handwerk und die Leidenschaft, mit der bunt bemalte Karusselle über Generationen weitergetragen werden. Die Schaustellerfamilie Wieser aus Dessau, in vierter Generation im Geschäft, begrüßt die Auszeichnung und appelliert zugleich an die Politik, die Volksfeste weiter zu erhalten und finanziell zu unterstützen.

Die UNESCO hat die deutsche Schaustellerkultur als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Damit rückt eine Tradition in den Mittelpunkt, die viele Menschen kennen, die aber nicht jeder auf den ersten Blick unter den Begriff Kultur fassen würde. Gemeint ist die Welt der Volksfeste mit ihren Karussells, Buden und Fahrgeschäften.

Volksfeste gelten als das beliebteste Freizeitangebot überhaupt. Rund 390 Millionen Gäste besuchen die deutschen Jahrmärkte und Kirmessen jedes Jahr. Kein anderes Unterhaltungsangebot zieht so viele Besucherinnen und Besucher an, und die Gründe dafür sind früher wie heute die gleichen geblieben.

Mit der Auszeichnung würdigt die Organisation vor allem das Können hinter den Attraktionen. Es geht darum, wie die Karusselle angemalt sind und mit wie viel Leidenschaft Menschen dieses Handwerk über Generationen weitertragen. Genau das beschreibe immaterielles Kulturerbe, erläutert Uthun Födisch, Referentin für Alltagskulturen.

Kultur werde oft zuerst mit Theater und Oper verbunden, während Volksfeste eher als Kommerz gälten, so Födisch. Den Blick darauf zu richten, was man dafür eigentlich können müsse, bringe jedoch viel Farbe und Reichtum in das Leben von Kindern und Erwachsenen.

Beispielhaft für diese Tradition steht die Schaustellerfamilie Wieser aus Dessau. Manfred Wieser ist bereits in der vierten Generation Schausteller. Seine Eltern hatten das Unternehmen im Jahr 1954 gegründet, und die Familie ist fast das ganze Jahr über auf Jahrmärkten unterwegs.

Über die Ernennung freut sich die Familie, verbindet damit aber zugleich einen Appell. Die Würdigung sei für sie von hohem Nutzen, sagt Manfred Wieser, und solle auch ein Signal an die Politik sein. Man wünscht sich Unterstützung, damit die Volksfeste erhalten und weitergeführt werden und nicht an der Kultur gespart wird.

Für die Schausteller sind die Feste weit mehr als nur Fahrgeschäfte und Festzelte. Sie stehen für Heimatgefühl, Gemeinschaft und Tradition. Ohne die Leidenschaft der Schaustellerinnen und Schausteller, so der Tenor, würde es Volksfeste in dieser Form nicht mehr geben.

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