Die Europäische Kommission hat ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von 1,4 Prozent auf 1,1 Prozent nach unten korrigiert. Laut dem Bericht der Kommission hat sich die Wirtschaftslage in der EU durch den Konflikt im Nahen Osten und den daraus resultierenden Anstieg der Energiepreise deutlich verschlechtert.
Die Kommission prognostiziert zudem, dass die Inflationsrate in der EU in diesem Jahr wegen der Spannungen um die Straße von Hormuz, einen weltweit bedeutenden Handelsweg, auf 3,1 Prozent steigen wird. Noch bis Ende Februar hatte man erwartet, dass die EU-Wirtschaft moderat weiter wachsen würde, während die Inflation weiter sinkt.
EU-Beamte vergleichen den aktuellen Schock mit den Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022. Sie warnten, dass Europas anhaltende Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen die Wirtschaft äußerst anfällig für geopolitische Krisen mache. Die Kommission betonte jedoch, dass die EU dank jahrelanger Investitionen in erneuerbare Energien besser auf die aktuelle Krise vorbereitet sei als zuvor.
Besonders besorgniserregend sind laut der Kommission die steigenden Lebensmittel- und Produktionskosten in ganz Europa, die durch Engpässe bei raffinierten Erdölprodukten, Düngemitteln und anderen Industriegütern verursacht werden. Diese Entwicklung trifft Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen und droht das wirtschaftliche Wachstum weiter zu bremsen.
Die Korrektur der Wachstumsprognose unterstreicht die Verwundbarkeit der europäischen Wirtschaft gegenüber externen Schocks. Während die EU ihre Verteidigungsausgaben erhöht und gleichzeitig in den grünen Wandel investiert, stellt sich die Frage, ob die europäischen Volkswirtschaften diese mehrfache Belastung ohne erhebliche wirtschaftliche Einbußen bewältigen können.
