Die Wirtschaft in der Eurozone hat sich im zweiten Quartal 2026 überraschend positiv entwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt legte im Vergleich zum Vorquartal um 0,4 Prozent zu, wie Euronews berichtet. Damit fiel das Wachstum doppelt so hoch aus wie erwartet, denn Fachleute hatten lediglich mit einem Anstieg von 0,2 Prozent gerechnet.
Der Zuwachs markiert eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem Jahresauftakt. Im ersten Quartal hatte die Wirtschaftsleistung noch auf der Stelle getreten, sodass die neuen Zahlen einen spürbaren Wechsel in der konjunkturellen Entwicklung der Währungsunion anzeigen.
Auch in der gesamten Europäischen Union zog das Wirtschaftswachstum an. Nach einem Plus von lediglich 0,1 Prozent im ersten Quartal wuchs die Wirtschaft der EU im zweiten Quartal nun um 0,5 Prozent, wie der Nachrichtensender berichtet. Damit legte die EU insgesamt sogar etwas stärker zu als die Eurozone allein.
Als wichtigster Treiber des Aufschwungs in der Eurozone gilt Irland. Rund ein Viertel des gesamten Wachstums geht den Angaben zufolge auf das Konto der irischen Wirtschaft. Auch Litauen und Schweden verzeichneten in diesem Zeitraum kräftige Zuwächse und trugen zu dem besser als erwarteten Ergebnis bei.
Die großen Volkswirtschaften Europas entwickelten sich hingegen uneinheitlich. Deutschland, Frankreich und Italien wuchsen zwar ebenfalls, doch das Tempo hat sich verlangsamt. In Belgien und Österreich stagnierte die Wirtschaft im zweiten Quartal und lieferte keinen Beitrag zum Wachstum.
Ökonomen bewerten die Entwicklung insgesamt positiv. Sie sehen die Eurozone robuster aufgestellt als erwartet, und das trotz höherer Energiepreise und der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit, wie der Sender berichtet.
Zugleich mahnen die Fachleute jedoch zur Vorsicht. Erste Daten für den Monat Juli deuteten nach ihrer Einschätzung darauf hin, dass neue Energiepreisschocks die Wirtschaft schon bald wieder ausbremsen könnten.
