Laut Bloomberg hat die US-Wirtschaft im Mai 172.000 Stellen geschaffen, ein Wert, der deutlich höher ausfiel als von Ökonomen erwartet. Der Sender berichtete, dass die viel beachtete Beschäftigungszahl klar über der Konsensschätzung von 88.000 lag und damit einen stärkeren Einstellungsmonat markierte, als die Märkte erwartet hatten. Die Veröffentlichung gehört zu den wichtigsten Indikatoren für die Verfassung des US-Arbeitsmarktes.
Das Ausmaß der Überraschung trat im Vergleich zu den Erwartungen deutlich hervor. Die Bloomberg-Umfrage unter Ökonomen hatte auf eine mittlere Schätzung von rund 88.000 Stellen hingedeutet, während der Wert des Vormonats bei 115.000 lag. Das tatsächliche Ergebnis von 172.000 lag somit nicht nur über den Prognosen, sondern auch über dem Vormonat, was eher auf eine Beschleunigung der Einstellungen als auf eine Abkühlung hindeutet.
Die Finanzmärkte reagierten rasch auf den stärker als erwarteten Wert. Die Aktien-Futures gaben im Zuge der Daten nach, jene auf den S&P 500 um rund 0,5% und jene auf den Nasdaq 100 um etwa 1,2%, wie der Sender mitteilte. Die Bewegungen spiegeln wider, wie ein robusterer Arbeitsmarkt den Zinsausblick erschweren kann, auch wenn er auf eine zugrunde liegende wirtschaftliche Stärke hinweist.
Der Bericht fließt unmittelbar in die Debatte über den nächsten Schritt der Federal Reserve ein. Im Vorfeld der Daten hatten die Märkte sowohl die Möglichkeit von Zinssenkungen als auch zunehmend die Chance abgewogen, dass die Notenbank zu einer Erhöhung gedrängt werden könnte. Eine robuste Beschäftigungszahl verringert tendenziell die Dringlichkeit einer Lockerung, was Aktien belasten kann, die niedrigere Zinsen eingepreist hatten.
Eine starke Beschäftigungszahl fügt sich in das Bild eines Arbeitsmarktes ein, der sich widerstandsfähiger gezeigt hat, als manche erwartet hatten. Gegenüber Bloomberg hatten Kommentatoren den Arbeitsmarkt der vergangenen Monate als stabilisiert beschrieben, nach einer Phase, in der er sich allmählich abzukühlen schien. Die Mai-Zahl bekräftigt die Ansicht, dass die Einstellungen sich gehalten haben, statt weiter nachzulassen.
Auch der Anleihemarkt stand rund um die Veröffentlichung im Fokus. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe lag laut Bloomberg vor und nach dem Wert bei etwa 4,50%. Höhere Renditen können zusammen mit einem festeren Arbeitsmarkt darauf hindeuten, dass Anleger ihre Erwartungen daran anpassen, wie schnell, wenn überhaupt, die Finanzierungskosten sinken werden.
Der Arbeitsmarktbericht für Mai dürfte die Marktstimmung in den kommenden Handelstagen prägen. Ein Wert deutlich über den Prognosen verschiebt das Narrativ weg von einer klar schwächelnden Wirtschaft hin zu einer, in der der Arbeitsmarkt fest bleibt, und macht den geldpolitischen Pfad weniger sicher. Anleger und die Federal Reserve werden gleichermaßen die Details des Berichts und die folgenden Daten beobachten, um einzuschätzen, wie viel Schwung im US-Arbeitsmarkt steckt.
