Der Brent-Rohölpreis ist erstmals seit dem 24. April unter 100 Dollar pro Barrel gefallen und verzeichnete einen Rückgang von rund 5,6 Prozent. Der scharfe Preisverfall wurde durch wachsenden Optimismus über ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran ausgelöst.
Die positive Stimmung erfasste die globalen Aktienmärkte. Der europäische Stoxx 600 legte fast 1 Prozent zu, der DAX gewann 1,2 Prozent und der französische CAC stieg um 1,3 Prozent. Die Nasdaq-Futures in den USA stiegen um 1,4 Prozent.
Der Ölpreisrückgang hatte unmittelbare Auswirkungen auf die geldpolitischen Erwartungen. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der EZB bei ihrer Sitzung am 11. Juni sank von 88 auf 77 Prozent. Die Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen fielen um 8 Basispunkte.
Einem möglichen Rahmenabkommen zufolge würde der Waffenstillstand um 60 Tage verlängert, wobei sich der Iran in den ersten 30 Tagen zu einer bedingungslosen Öffnung der Straße von Hormus verpflichten würde, im Gegenzug für eine schrittweise Lockerung der Sanktionen.
Analysten mahnten jedoch zur Vorsicht. Naomi Fink, globale Chefstrategin bei Amova Asset Management, wies darauf hin, dass die Märkte bereits mehrfach eine Deeskalation eingepreist hätten, nur um dann enttäuscht zu werden.
