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Antimikrobielle Resistenzen fordern laut WHO derzeit 1,3 Millionen Menschenleben pro Jahr. Bis 2050 koennten es 40 Millionen werden. Die Entwicklung neuer Antibiotika ist fuer Unternehmen wirtschaftlich nicht tragbar: 10 bis 15 Jahre Entwicklung, eine Milliarde Euro Kosten und 95 Prozent Misserfolgsrate.
Antimikrobielle Resistenzen stellen eine der groessten Bedrohungen fuer die oeffentliche Gesundheit dar. Laut aktuellen Schaetzungen sterben weltweit bereits 1,3 Millionen Menschen jaehrlich an Infektionen durch multiresistente Keime, sogenannte Superbugs. Prognosen zufolge koennte diese Zahl bis 2050 auf 40 Millionen ansteigen, wenn nicht dringend gegengesteuert wird.
Das zentrale Problem liegt in einem kaputten Marktmodell fuer die Antibiotikaentwicklung. Die Entwicklung eines neuen Medikaments dauert 10 bis 15 Jahre, kostet rund eine Milliarde Euro und scheitert in 95 Prozent der Faelle. Gleichzeitig muessen Antibiotika sparsam eingesetzt werden, um weitere Resistenzbildung zu vermeiden, was die Umsaetze zusaetzlich begrenzt.
In vielen Laendern sind die Preise fuer Antibiotika zudem niedrig angesetzt, was die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Entwicklung weiter untergräbt. Pharmaunternehmen haben daher kaum finanzielle Anreize, in diesen Bereich zu investieren, obwohl der medizinische Bedarf enorm ist.
Experten fordern ein neues wirtschaftliches Modell mit staatlichen Anreizen. Dazu gehoeren sogenannte Push-Anreize wie Forschungsstipendien, Unterstuetzung fuer klinische Studien und Investorenfoerderung. Ebenso wichtig seien Pull-Anreize, die Unternehmen belohnen, die erfolgreich neue Antibiotika auf den Markt bringen und den Zugang sicherstellen.
Laut WHO befinden sich derzeit etwa 15 Medikamente in der Entwicklungspipeline gegen multiresistente Keime. Wenn der Bereich durch geeignete Anreize attraktiver gemacht werde, koenne sich die Zahl deutlich erhoehen. Innovation koenne durchaus schnell genug voranschreiten, um noch in diesem Jahrzehnt einen Unterschied zu machen, so Branchenvertreter.