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Der Verein Berliner Unterwelten macht den Anfang und richtet zwei Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg wieder als Schutzräume für etwa 900 Personen her. Klappstühle und Wasserkanister wurden besorgt, die Lüftung stammt noch aus den 80er Jahren. Bundesinnenminister Dobrindt hat zwar 10 Milliarden Euro versprochen, doch ein Schutzraumkonzept ist seit zwei Jahren ohne Ergebnis.
Der Verein Berliner Unterwelten, der bisher 20 Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg verwaltet und große Teile davon in ein Museum umgewandelt hat, will nun zwei dieser Anlagen wieder dem Zivilschutz zur Verfügung stellen. Die Bunker sollen im Ernstfall Platz für etwa 900 Personen bieten, eine Kapazität, die den heutigen Ansprüchen genügen dürfte.
Die ersten Vorbereitungen hat der Verein auf eigene Initiative getroffen. Klappstühle wurden besorgt, ebenso mehrere hundert kleine Wasserkanister, die an die Schutzsuchenden ausgegeben werden können. Allerdings besteht noch Investitionsbedarf: Die Lüftungsanlage stammt beispielsweise noch aus den 80er Jahren, der Zeit des Kalten Krieges.
Auf politischer Ebene hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt zwar 10 Milliarden Euro in einem Zivilschutzpakt versprochen, doch ein konkretes Schutzraumkonzept ist seit zwei Jahren in Arbeit, bisher ohne Ergebnis. Diese Lücke zwischen Ankündigung und Umsetzung treibt private Initiativen wie die der Berliner Unterwelten voran.
Für vier Wände, Trinkwasser und Vorräte kann fast jeder vorsorgen, betonen sowohl der Verein als auch die Politik. Denn ein Schutzraum für 900 Personen reicht in der Millionenstadt Berlin bei weitem nicht aus. Auch U-Bahn-Stationen, Tiefgaragen und Keller sollen künftig als Schutzräume dienen, um die Bevölkerung im Ernstfall aufnehmen zu können.
Während Länder wie Litauen oder Luxemburg den Zivilschutz regelmäßig proben, steht Deutschland beim Schutz der Bevölkerung noch am Anfang. Der jüngste Vorfall in Rumänien, wo eine russische Drohne ein Wohnhaus beschädigte und zwei Personen verletzte, hat die Debatte über den Zivilschutz in Deutschland neu entfacht und die Dringlichkeit konkreter Maßnahmen unterstrichen, berichtete Euronews.