Kurz vor Beginn der Sommerferien gibt es in Europa Druck auf eine einheitlichere Linie bei der Visa-Vergabe. Eine Gruppe europaeischer Staaten draengt auf strengere Visa-Regeln fuer russische Touristen und will damit eine aus ihrer Sicht zu unterschiedlich gehandhabte Praxis vereinheitlichen.
Angefuehrt wird die Initiative von einem nordischen Land. Schweden steht an der Spitze des Vorstosses und hat weitere Staaten hinter sich versammelt, um gemeinsam aufzutreten.
Die Gruppe reicht ueber die EU hinaus. Unterstuetzt wird die Initiative von Tschechien, Daenemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, den Niederlanden und Polen sowie den Nicht-EU-Staaten Island und Norwegen.
Ihren Standpunkt haben die Laender schriftlich festgehalten. Alle elf Staaten unterzeichneten einen gemeinsamen Brief, in dem sie ihre Forderungen und ihre Kritik an der derzeitigen Praxis darlegen.
Im Zentrum der Kritik steht die uneinheitliche Umsetzung. Die Unterzeichner bemaengeln, dass die EU-Leitlinien fuer die Bearbeitung von Visa-Antraegen russischer Staatsbuerger in den Mitgliedslaendern unterschiedlich angewendet wuerden.
Nach Ansicht der Staaten hat das weitreichende Folgen. Die uneinheitliche Handhabung schwaeche die Position der EU gegenueber Russland und sende widerspruechliche Signale ueber die Entschlossenheit der Staatengemeinschaft. Zugleich warnen die Laender, dass unterschiedliche Visumsverfahren ein Sicherheitsrisiko fuer den gesamten Schengenraum darstellen koennten.
Aus dieser Kritik leiten die elf Staaten eine konkrete Forderung ab. Sie rufen die EU-Kommission und die Mitgliedslaender dazu auf, strengere und verbindliche Visa-Regeln einzufuehren sowie die Einhaltung bestehender Vorgaben konsequenter zu ueberwachen.
