Das Bundesministerium der Verteidigung hat entschieden, den Bau von insgesamt sechs Fregatten des Typs F126 nicht weiterzuverfolgen. Damit zieht das Ministerium die Konsequenz aus den erheblichen Verzoegerungen im Projekt, den absehbaren Kostensteigerungen sowie den Risiken, die mit einem Wechsel des Generalunternehmers verbunden gewesen waeren. Die Entscheidung beendet eines der groessten und zugleich umstrittensten Ruestungsvorhaben der Marine.
Begonnen worden war das Vorhaben im Jahr 2020. Geplant war zunaechst der Bau von vier Fregatten mit einem Budget von mehr als fuenf Milliarden Euro. Das Programm sollte der Deutschen Marine moderne, hochseefaehige Einheiten verschaffen und galt als zentraler Baustein der Flottenmodernisierung in den kommenden Jahren.
Im Jahr 2024 erhoehte Verteidigungsminister Boris Pistorius den Auftrag von vier auf sechs Schiffe. Parallel dazu stiegen die veranschlagten Kosten deutlich an, auf zuletzt etwa zehn Milliarden Euro. Eine Reihe von Problemen im Projektverlauf hatte zu immer neuen Verzoegerungen und Mehrkosten gefuehrt, ohne dass ein verlaesslicher Zeitplan in Sicht war.
Bereits seit dem Start im Jahr 2020 waren nach Angaben aus dem Ministerium mehr als zwei Milliarden Euro in das Vorhaben geflossen. Im Mai legte das Unternehmen Rheinmetall ein Angebot vor, alle sechs Fregatten fertigzustellen, allerdings zu einem noch hoeheren Preis. Auch dieser Vorstoss konnte das Projekt letztlich nicht vor der Einstellung bewahren.
An die Stelle der F126 sollen nach Mitteilung des Verteidigungsministeriums nun acht kleinere Fregatten des Typs Meko A-200 treten. Mit dieser Loesung will das Ministerium die entstandene Luecke in der Flottenplanung schliessen und die Beschaffung wieder auf einen tragfaehigeren Kurs bringen, nachdem das urspruengliche Programm gescheitert ist.
Offen blieb zunaechst, was mit den bereits investierten Milliarden geschieht. Auf der Bundespressekonferenz wollte eine Journalistin vom Ministeriumssprecher wissen, wie viel Geld tatsaechlich schon ausgegeben wurde. Eine konkrete Zahl nannte der Sprecher nicht. Man pruefe rechtlich, wie mit der Angelegenheit umzugehen sei, auch mit Blick auf moegliche Schadensersatzansprueche.
Der Vorgang hat die ohnehin vorhandene Kritik an der Mittelverwendung im Verteidigungsministerium weiter verschaerft. Haushaltsexperten des Bundestages und des Bundesrechnungshofes verweisen seit Laengerem darauf, dass die Beschaffung von Ruestungsguetern durch die Bundeswehr tendenziell teurer ausfaellt als geplant. Die Einstellung des F126-Programms duerfte die Debatte ueber Effizienz und Reformen im Beschaffungswesen weiter befeuern.
