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Das französische Parlament hat die Aufhebung der Sklavereigesetze des sogenannten Code Noir einstimmig beschlossen. Das 1685 erlassene Gesetz regelte das Leben der Sklaven in den französischen Kolonien und war trotz der Abschaffung der Sklaverei nie annulliert worden.
Das französische Parlament hat in einer historischen Abstimmung die Aufhebung der Sklavereigesetze des sogenannten Code Noir einstimmig beschlossen. Das 1685 unter König Ludwig XIV. erlassene Gesetz regelte das Leben der Sklaven in den französischen Kolonien und war trotz der offiziellen Abschaffung der Sklaverei nie formell annulliert worden.
Den Gesetzesvorschlag zur Annullierung hatte ein Abgeordneter aus Guadeloupe eingebracht, einem der ehemaligen Kolonien, die heute französische Überseegebiete sind. In seiner emotionalen Rede im Parlament erinnerte er an seine Großmutter, die als Sklavin in Afrika geboren und unter der Matrikelnummer 336 registriert worden war.
Der Abgeordnete betonte die persönliche Bedeutung des Moments: Sein Urgroßenkel stehe nun als Abgeordneter der Republik vor dem Parlament. Die Geschichte seiner Familie sei ein Zeugnis des langen Weges von der Sklaverei zur politischen Teilhabe in der französischen Demokratie.
Obwohl die Sklaverei in Frankreich bereits vor 170 Jahren offiziell abgeschafft wurde, waren die konkreten Regelungen des Code Noir zum Umgang mit Sklaven rechtlich nie aufgehoben worden. Die nun beschlossene Annullierung ist daher ein symbolischer, aber bedeutsamer Schritt in der Aufarbeitung der französischen Kolonialgeschichte.
Die einstimmige Abstimmung wird als wichtiger Beitrag im Kampf gegen den Rassismus gewürdigt, der bis heute in der französischen Gesellschaft aktuell ist. Die Debatte erinnerte an die dunkelsten Kapitel der französischen Geschichte und an die andauernde Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe, wie Euronews berichtete.