Die Oberbürgermeisterwahl in der Kleinstadt Aue-Bad Schlema ist entschieden, und sie hatte überregionales Interesse geweckt. Durchgesetzt hat sich der CDU-Politiker Markus Hoffmann, der knapp 53 Prozent der abgegebenen Stimmen erhielt und damit zum gewählten Oberbürgermeister wurde.
Sein Gegner im entscheidenden Wahlgang war Stefan Hartung, der auf gut 47 Prozent kam. Bemerkenswert ist dabei, dass Hartung nach dem ersten Wahlgang noch mit 29 Prozent vorn gelegen hatte, am Ende aber Hoffmann die Mehrheit hinter sich brachte.
Die Aufmerksamkeit für diese Wahl hat vor allem mit der Person Hartungs zu tun. Der 37-jährige IT-Unternehmer ist Mitglied der sogenannten Freien Sachsen, einer Partei, die der sächsische Verfassungsschutz als organisierte Gruppierung von Neonationalsozialisten einstuft.
Hartung weist diese Einordnung zurück. Er habe sich nie als Neonazi empfunden, sagt er, und seiner Ansicht nach auch nie Anlass geliefert, dass man ihn dort einsortiere. Diese Zuschreibung rutsche ihm ein Stück weit den Buckel runter.
Programmatisch fällt der Bewerber dennoch klar auf. Hartung bezeichnet Deutschland als Fassadendemokratie und ist neben den Freien Sachsen auch Mitglied der Partei Die Heimat, der früheren NPD. Mit dem Wahlausgang bleibt ihm das Rathaus nun verwehrt.
Der Wahlsieger Hoffmann formulierte unterdessen seine Ziele für die Stadt. Man müsse Aue-Bad Schlema lebendiger gestalten und wieder eine Dynamik hinbekommen, bei der die Menschen mit anpacken wollten.
Aue-Bad Schlema hat mehr als 18.000 Einwohner und liegt mitten im Erzgebirge, einer Tourismusregion. Die Einwohnerinnen und Einwohner wünschen sich von ihrem künftigen Oberbürgermeister vor allem jemanden, der mit den Menschen ins Gespräch geht und sich um das soziale Miteinander in der Stadt kümmert.
