Der Iran hat eine weitere Warnung an Bulgarien gerichtet und damit die diplomatischen Spannungen zwischen beiden Ländern weiter verschärft. Anlass ist, dass Sofia den Vereinigten Staaten die Nutzung seiner Militärstützpunkte gestattet hat. Teheran macht damit unmissverständlich deutlich, dass es die wachsende US-Militärpräsenz auf bulgarischem Boden als direkte Provokation betrachtet und nicht bereit ist, sie stillschweigend hinzunehmen.
Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums drohte nun indirekt, dass die bulgarischen Entscheidungsträger die Verantwortung für die Aufnahme eines US-Luftbetankungsflugzeugs tragen müssten. Die Formulierung ließ offen, welche konkreten Folgen Teheran andeutet, unterstrich aber, dass der Iran die Stationierung als bulgarische Entscheidung mit möglichen Konsequenzen wertet. Es ist bereits die dritte Warnung, die aus der iranischen Hauptstadt an Sofia ergeht.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump dem bulgarischen Ministerpräsidenten Rumen Radev offiziell dafür gedankt, dass dieser den Einsatz trotz der iranischen Drohungen unterstützt habe. Die öffentliche Danksagung aus Washington rückte Bulgarien noch stärker in den Mittelpunkt des Konflikts und machte deutlich, wie eng die bulgarische Regierung in diesem Streit an der Seite der Vereinigten Staaten steht.
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht der Militärflugplatz Bezmer. Das bulgarische Parlament hatte die Verlegung von US-Flugzeugen auf diesen Stützpunkt genehmigt und damit die rechtliche Grundlage für die Stationierung geschaffen. Die Entscheidung des Parlaments verlieh dem Vorhaben zusätzliches Gewicht und machte es zu einer Angelegenheit, die weit über eine reine Verwaltungsfrage hinausgeht.
Die bulgarische Regierung bemühte sich, die Lage zu beruhigen. Verteidigungsminister Dimitar Stoyanov versuchte, das Risiko eines Raketenangriffs herunterzuspielen. Trotz dieser Beschwichtigungsversuche bleibt die Stimmung im Land angespannt, da die wiederholten Warnungen aus Teheran und die zunehmende militärische Bedeutung des Stützpunkts die Sorge vor einer Eskalation nähren.
Die Genehmigung des Parlaments löste zudem Proteste von Anwohnern aus. Sie befürchten, dass ihr Gebiet durch die Stationierung der US-Flugzeuge zur Zielscheibe werden könnte. Für die Menschen in der Umgebung des Flugplatzes verbindet sich der geopolitische Streit damit ganz konkret mit der Angst um die eigene Sicherheit, was den innenpolitischen Druck auf die Regierung erhöht.
Der Streit um Bezmer fügt sich in ein größeres Bild wachsender Spannungen ein, in dem sich Bulgarien zwischen seiner Rolle als Verbündeter der USA und den wiederholten Drohungen des Iran wiederfindet. Während Washington die Unterstützung Sofias öffentlich würdigt, hält Teheran den Druck mit einer inzwischen dritten Warnung aufrecht, sodass eine Entspannung vorerst nicht in Sicht ist.
