politics | Euronews Deutsch |
Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und Emmanuel Macron haben in Paris ein bilaterales Verteidigungsabkommen geschlossen. Das NAVIK-Abkommen sieht die Möglichkeit vor, Teile der französischen Luftwaffe vorübergehend in Norwegen zu stationieren.
Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre hat in Paris gemeinsam mit Präsident Emmanuel Macron ein neues bilaterales Verteidigungsabkommen unterzeichnet. Das sogenannte NAVIK-Abkommen soll die militärische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern auf eine neue Stufe heben und enthält weitreichende Bestimmungen zur gegenseitigen Unterstützung.
Eine der bedeutendsten Klauseln des Abkommens sieht die Möglichkeit vor, Teile der französischen Luftwaffe vorübergehend in Partnerländern wie Norwegen zu stationieren. Die Verteidigungsminister beider Länder unterzeichneten das Dokument, das als konkreter Schritt zur Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeit gewertet wird.
Das Abkommen enthält zudem eine Klausel zum gegenseitigen militärischen Beistand. Damit gehen beide Nationen über die bestehenden NATO-Verpflichtungen hinaus und schaffen einen zusätzlichen bilateralen Rahmen für die Sicherheitskooperation, insbesondere im Hinblick auf die Bedrohungslage an der europäischen Nordflanke.
Die Unterzeichnung des NAVIK-Abkommens reiht sich ein in die Bemühungen des französischen Präsidenten, ein Netzwerk bilateraler Verteidigungsabkommen in Europa aufzubauen. Norwegen ist damit das neueste Mitglied in Macrons Konzept der vorgeschobenen Abschreckung, dem mittlerweile zehn europäische Staaten angehören.
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Unsicherheit über die Zukunft des transatlantischen Bündnisses und möglicher Kürzungen amerikanischer Beiträge zur NATO gewinnen solche bilateralen europäischen Verteidigungsabkommen zunehmend an Bedeutung, wie Euronews Deutsch berichtete.