Deutschland verfuegt seit etwas mehr als einem Jahr ueber ein neues Bundesministerium fuer Digitales und Staatsmodernisierung. Mit der Gruendung verbindet die Bundesregierung ein klares Versprechen. Nach eigener Aussage soll am Ende ein moderner, effizienter und digital handlungsfaehiger Staat stehen. Das Vorhaben gilt als ambitioniert und zugleich als dringend notwendig.
Verantwortlich fuer die Umsetzung ist der zustaendige Minister Carsten Wildberger, der das Ressort federfuehrend leitet. Nun steht eine erste Standortbestimmung an. Heute Mittag will Wildberger einen Zwischenstand seiner Arbeit praesentieren. Damit rueckt die Frage in den Mittelpunkt, was sich fuer Buergerinnen und Buerger sowie fuer Unternehmen tatsaechlich aendern soll.
Wie gross der Handlungsdruck ist, laesst sich am Alltag von Betrieben ablesen. Buerokratie kostet Zeit und Geld, beklagt der Geschaeftsfuehrer Alexander Jagtschik. Fuer sein Familienunternehmen gelten nach seiner Darstellung rund 3.900 Regularien. Diese Zahl steht stellvertretend fuer die Belastung, die viele mittelstaendische Betriebe beschreiben.
Das Unternehmen, das Jagtschik fuehrt, ist in der Produktion taetig. Es stellt Maschinen zur Luftreinigung und Filtergeraete her. Insgesamt beschaeftigt der Betrieb 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Allerdings arbeiten nicht alle von ihnen in der eigentlichen Fertigung.
Ein erheblicher Teil der Arbeitskraft fliesst nach Angaben des Geschaeftsfuehrers in die Verwaltung. Die Erfuellung der buerokratischen Aufgaben binde sehr viel Personal. Dazu zaehlen Berichtspflichten und Statistiken, die abgegeben werden muessen. Personalkapazitaeten, die so gebunden sind, fehlen an anderer Stelle im Betrieb.
Besonders aufwendig sind dabei Doppelstrukturen in der Meldung von Daten. Jagtschik verweist darauf, dass teilweise die gleichen Daten an mehrere oeffentliche Einrichtungen kommuniziert werden muessen. Solche Mehrfachmeldungen erhoehen den Aufwand, ohne dass dadurch ein zusaetzlicher Nutzen entsteht. Genau an diesem Punkt setzen die Erwartungen der Wirtschaft an.
Aus Sicht der betroffenen Unternehmen soll sich all das kuenftig aendern. Die Hoffnung richtet sich auf einen spuerbaren Buerokratieabbau und auf eine konsequente Digitalisierung der Verwaltung. Ob und wie schnell die angekuendigten Schritte greifen, duerfte auch von dem Zwischenstand abhaengen, den der Minister an diesem Tag vorlegt. Fuer Buerger und Betriebe geht es dabei um konkrete Entlastung im Alltag.
