Tausende Menschen sind in Albanien auf die Straße gegangen, um gegen ein umstrittenes Luxus-Resort-Projekt zu protestieren, das Verbindungen zu Jared Kushner aufweist, dem Schwiegersohn des amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Die Demonstrationen richten sich gegen die geplante Umwandlung von Zwernetz in ein Tourismusresort.
Die betroffene Region gilt als ökologisch besonders wertvoll und steht teilweise unter Naturschutz. Auch die unbewohnte Adria-Insel Sazan ist Teil des Projekts. Umweltschützer warnen vor irreversiblen Schäden an der einzigartigen Küstenlandschaft.
Albanische Antikorruptionsstaatsanwälte haben inzwischen Ermittlungen zu dem Vorhaben aufgenommen. Die Untersuchungen sollen klären, ob bei der Genehmigung des Projekts alle rechtlichen Vorschriften eingehalten wurden und ob Interessenkonflikte vorliegen.
Ministerpräsident Edi Rama wies die Kritik entschieden zurück. Er erklärte, das Projekt betreffe kein geschütztes Naturschutzgebiet und außerdem liege noch kein endgültiger Antrag vor. Kritiker stellen diese Darstellung jedoch in Frage.
Nach Angaben der Kritiker haben Bagger bereits Anfang Mai damit begonnen, Kiefernwälder und Dünen für Zufahrtsstraßen und Baustellen zu roden. Diese Baumaßnahmen deuten darauf hin, dass das Projekt bereits in der Umsetzungsphase ist, obwohl die Genehmigungsverfahren nach Angaben der Regierung noch nicht abgeschlossen sind.
Für zusätzliche Empörung sorgte ein in den sozialen Medien weit verbreitetes Video. Aktivisten zufolge zeigt es, wie eine Demonstrantin von der Baustelle in Zwernetz gewaltsam entfernt wird. Das Video hat die öffentliche Debatte über das Projekt weiter angeheizt.
Der Fall verdeutlicht die wachsenden Spannungen zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Umweltschutz in Albanien. Die Verbindung zu einer politisch prominenten amerikanischen Familie verleiht dem Konflikt eine internationale Dimension und zieht zunehmend auch die Aufmerksamkeit ausländischer Medien auf sich.
