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Antimikrobielle Resistenzen verursachen in Europa jährlich Kosten von zwölf Milliarden Euro und töten weltweit eine Million dreihunderttausend Menschen pro Jahr. Experten warnen, dass ohne neue Medikamente bis zweitausendfünfzig vierzig Millionen Menschen an resistenten Keimen sterben könnten. Die Entwicklung neuer Antibiotika scheitert an einem gebrochenen Marktmodell mit fünfundneunzig Prozent Ausfallrate.
Antimikrobielle Resistenzen sind zu einer der größten Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit geworden. Weltweit sterben jährlich eine Million dreihunderttausend Menschen an Infektionen mit resistenten Keimen. Das entspricht der Einwohnerzahl einer europäischen Großstadt wie Mailand, und die Zahl steigt weiter an.
Allein in Europa verursachen Superbakterien jährlich Kosten von zwölf Milliarden Euro. Patienten müssen länger im Krankenhaus bleiben, auf Intensivstationen behandelt werden und können nicht arbeiten. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, etwa während einer Chemotherapie, die sich im Krankenhaus mit resistenten Keimen infizieren können.
Die Prognosen sind alarmierend: Wenn nicht gehandelt wird, könnten bis zum Jahr zweitausendfünfzig vierzig Millionen Menschen an Superbakterien sterben. Bereits im Jahr zweitausendfünfunddreißig könnten neunzig Prozent der Infektionen auf resistente Keime zurückzuführen sein.
Das Grundproblem liegt in einem gebrochenen Marktmodell für die Antibiotikaentwicklung. Die Entwicklung eines neuen Medikaments dauert zehn bis fünfzehn Jahre, kostet eine Milliarde Euro und hat eine Ausfallrate von fünfundneunzig Prozent. Gleichzeitig müssen Antibiotika sparsam eingesetzt werden, um neue Resistenzen zu vermeiden, und die Preise sind niedrig. Für die Pharmaindustrie ist die Entwicklung daher wirtschaftlich nicht nachhaltig.
Experten fordern neue Finanzierungsmodelle, bei denen Regierungen attraktivere Bedingungen für die Industrie schaffen. Es sei ein Wettlauf zwischen Superbakterien und neuen Produkten, der nur durch Zusammenarbeit zwischen Staat, Wissenschaft und Industrie gewonnen werden könne. Ohne entsprechende Maßnahmen drohen die Kosten in den kommenden Jahren dramatisch zu steigen.