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Eine Untersuchung niederländischer Forscher zeigt, dass von der EU im Jahr 2025 sanktionierte pro-russische Influencer weiterhin Monetarisierungsfunktionen auf TikTok, Facebook und YouTube nutzen konnten. Die Plattformen entfernten die Konten erst, nachdem Euronews auf die Verstöße aufmerksam machte.
EU-Sanktionen sollen sicherstellen, dass Personen, die im Dienst russischer Propagandainteressen handeln, weder finanzielle Mittel noch wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Doch eine Untersuchung der niederländischen Technologie-Rechenschaftsorganisation What to Fix offenbart erhebliche Lücken bei der Durchsetzung dieser Maßnahmen auf den großen Social-Media-Plattformen.
Im Jahr 2025 belegte die EU die Influencerin Nathalie Am, den Aktivisten Sylvain Affroa und den Medienmanager Justin Tagu mit Sanktionen wegen ihrer Beteiligung an pro-russischen Einflussoperationen, die sich gezielt an afrikanische Zielgruppen richteten. Trotz der Sanktionen wiesen Social-Media-Konten, die mit den sanktionierten Personen in Verbindung stehen, weiterhin aktive Monetarisierungsfunktionen auf, mit denen sie potenziell Einnahmen erzielen konnten.
Besonders auffällig war der Fall der Facebook-Seite Ligue de Défense Noire Africaine, die mit Sylvain Affroa verknüpft ist. Dort waren Facebook Stars aktiviert, eine Funktion, die es Followern ermöglicht, digitale Geschenke zu senden, die später in Bargeld umgewandelt werden können. Die Forscher konnten allerdings nicht abschließend feststellen, ob die generierten Gelder tatsächlich an die sanktionierten Konten ausgezahlt wurden.
Erst nachdem Euronews die Plattformen auf die Verstöße aufmerksam machte, wurden Maßnahmen ergriffen. TikTok entfernte die mit Sylvain Affroa verknüpften Konten, YouTube deaktivierte eine Kanalmitgliedschaftsfunktion der betroffenen Seite. Bemerkenswert ist jedoch, dass nach der Löschung des ursprünglichen TikTok-Kontos ein neues Konto unter Affroas Namen auftauchte, das TikTok erst nach einem erneuten Hinweis von Euronews entfernte.
Der Fall wirft grundsätzliche Fragen über die Fähigkeit großer Technologieunternehmen auf, internationale Sanktionen wirksam durchzusetzen. Während die Plattformen über ausgefeilte Systeme zur Inhaltsmoderation verfügen, scheint die Überprüfung von Sanktionslisten bei der Monetarisierung erhebliche Schwachstellen aufzuweisen. Die Forscher betonen, dass bei sogenannten Royalty-Programmen, bei denen die Plattform selbst Zahlungen auf Grundlage der generierten Interaktionen leistet, eine besonders direkte Verbindung und Verantwortung der Plattform besteht.