tech | Euronews Deutsch |
Mehr als 4,5 Millionen Meldungen über potenziell illegale Online-Inhalte gingen 2025 bei EU-kofinanzierten Hotlines ein, mehr als die Hälfte betraf Material über sexuellen Kindesmissbrauch. Die Internet Watch Foundation verzeichnete einen Anstieg von 400 Prozent bei illegalen KI-generierten Inhalten in nur sechs Monaten. In Westeuropa berichtet jedes fünfte Kind, vor dem 18. Lebensjahr Online-Grooming erlebt zu haben.
Das Ausmaß illegaler Online-Inhalte, die Kinder betreffen, hat in Europa eine alarmierende neue Dimension erreicht. Nach Angaben von Euronews Deutsch gingen im Jahr 2025 mehr als 4,5 Millionen Meldungen über potenziell illegale Online-Inhalte bei von der EU kofinanzierten Hotlines ein. Mehr als die Hälfte dieser Meldungen betraf Material über sexuellen Kindesmissbrauch.
Besonders beunruhigend ist die explosionsartige Zunahme von durch künstliche Intelligenz erzeugten illegalen Inhalten. Die Internet Watch Foundation verzeichnete in einem Zeitraum von nur sechs Monaten einen Anstieg von 400 Prozent bei illegalen KI-generierten Inhalten, die auf 210 Websites identifiziert wurden. Diese Inhalte sind zunehmend mit Grooming und sexueller Erpressung von Minderjährigen verbunden.
Die Statistiken zum Online-Grooming zeichnen ein erschreckendes Bild. In Westeuropa berichtet jedes fünfte Kind unter 18 Jahren, bereits Online-Grooming erlebt zu haben. Diese unerlaubten Kontakte können jedes Kind betreffen, unabhängig von sexueller Orientierung, Religion oder sozioökonomischem Hintergrund.
Als besondere Risikofaktoren gelten geringes Selbstwertgefühl und psychische Probleme bei Kindern. Mädchen sind häufiger Ziel von Online-Grooming, obwohl auch Jungen erheblich gefährdet sind. Fälle, in denen Jungen zu Opfern werden, werden allerdings besonders selten gemeldet, sei es aus Angst vor Stigmatisierung oder wegen mangelnden Bewusstseins.
Die Kombination aus der rasanten Entwicklung generativer KI-Werkzeuge und der bestehenden Infrastruktur für die Verbreitung illegaler Inhalte stellt die europäischen Behörden und Kinderschutzorganisationen vor enorme Herausforderungen. Die Tatsache, dass künstliche Intelligenz nun massenhaft realistische Missbrauchsdarstellungen erzeugen kann, ohne dass reale Kinder beteiligt sind, wirft fundamentale Fragen für den Kinderschutz im digitalen Zeitalter auf.