Die Hochschulversammlung der Bauhaus-Universität Weimar hat ihren Kanzler Horst Henrici abgewählt. Es handelt sich um einen höchst seltenen Vorgang an einer Hochschule, doch die Vorwürfe gegen die Leitung wogen schwer. Mit der Entscheidung verliert die traditionsreiche Universität ihren obersten Verwaltungschef.
Auf der Tagesordnung der Versammlung stand ein Abwahlverfahren gleich gegen zwei Spitzen der Universität: gegen Kanzler Horst Henrici und gegen Präsident Peter Benz. Beiden wurden Missmanagement und Intransparenz vorgeworfen. Dass beide Chefs ihre Jobs nicht gut gemacht hätten, war der zentrale Vorwurf, der das Verfahren überhaupt erst in Gang gesetzt hatte.
Inhaltlich geht es vor allem um die Finanzen der Hochschule. Kritisiert wurden zu viele Stellen in der Verwaltung bei gleichzeitig steigenden Tarifen. Auch die Energie- und andere Sachkosten habe die Hochschulleitung nicht ausreichend im Blick gehabt. Wie viel Geld der Universität konkret fehlt, dazu machte die Hochschule allerdings keine Angaben.
Als Hauptverantwortlichen für die Probleme machte die Versammlung den Kanzler aus. Horst Henrici wurde abgewählt, seine Amtszeit endet zu Mitternacht. Die Stelle des Kanzlers ist bereits neu ausgeschrieben und soll anders besetzt werden, sodass die Universität die Leitung ihrer Verwaltung neu aufstellen muss.
Auch Präsident Peter Benz stand im Abwahlverfahren, kam aber mit einem blauen Auge davon und bleibt im Amt. Seine Professorenkolleginnen und -kollegen stehen nicht hinter ihm. Anders die Studierenden, Mitarbeitenden und Externen, die in der Hochschulversammlung mit abgestimmt haben: Die Studentenschaft hatte ihn bis zuletzt unterstützt und sogar für ihn demonstriert.
Für die Bauhaus-Universität Weimar dürfte die Abwahl spürbare Folgen haben. Es deutet vieles auf einen strikten Sparkurs hin, den die Universität nach eigenen Angaben bereits begonnen hat. Wie die Hochschule ihre Verwaltung künftig führt und ihre Finanzen ordnet, wird nun zur zentralen Aufgabe der neu aufzustellenden Leitung.
