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Neuer Bildungsbericht: Schulerfolg hängt weiter stark von Herkunft ab

Neuer Bildungsbericht: Schulerfolg hängt weiter stark von Herkunft ab

Der neue nationale Bildungsbericht, den Bildungsministerin Prien an diesem Tag vorstellt, zeigt eine anhaltende Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft. Bei niedrigem Status der Eltern erhalten nur 32 Prozent der Kinder eine Gymnasialempfehlung, bei hohem 78 Prozent. Hinzu kommen Lehrermangel und Bildungsarmut.

Der neue nationale Bildungsbericht zeichnet ein ernüchterndes Bild des deutschen Schulsystems. Bildungsministerin Prien stellt den Bericht an diesem Tag zur Mittagszeit offiziell vor. Schon vorab ist deutlich, dass der Bildungserfolg von Kindern nach wie vor stark von der sozialen Herkunft ihrer Eltern abhängt. Hinzu kommen ein eklatanter Lehrermangel, zu viele Schulabbrecher, Bildungsarmut und zu wenig Geld im System.

Besonders deutlich wird die soziale Schieflage bei den Empfehlungen für das Gymnasium. Ist der ökonomische Status der Eltern niedrig, erhalten nur 32 Prozent der Kinder eine Gymnasialempfehlung. Bei hohem Status sind es dagegen 78 Prozent. Auch im internationalen Vergleich steht Deutschland in dieser Frage relativ schlecht da.

Eine zentrale neue Erkenntnis des Berichts betrifft den Zeitpunkt, an dem sich die Unterschiede auftun. Die sogenannte Bildungsschere öffnet sich demnach bereits ab der Geburt, weitet sich bis zum sechsten Lebensjahr aus und wird danach nicht mehr kleiner. Entscheidend ist daher die frühe Bildung, zunächst im Elternhaus und dann in der Kita. Die Ministerin betont, man müsse sich noch stärker als bisher auf diese frühe Phase konzentrieren.

Ein weiteres großes Problem bleibt der Mangel an Lehrkräften. Derzeit gibt es rund 800.000 Lehrerinnen und Lehrer für etwa 11 Millionen Schülerinnen und Schüler. Nach einer Prognose der Kultusministerkonferenz von vor zwei Jahren werden bis zum Jahr 2035 bundesweit nahezu 24.000 Lehrkräfte fehlen. Studierende und Gewerkschaften gehen sogar von deutlich höheren Zahlen aus.

Der Lehrermangel trifft vor allem Schulen in schwierigen Lagen. Dort gibt es zum Teil zweistellige Zahlen unbesetzter Stellen, was die Situation für die betroffenen Kinder zusätzlich verschärft. Um gegenzusteuern, läuft inzwischen im zweiten Jahr das sogenannte Startchancenprogramm, das Schulen in herausfordernden Umfeldern stärker unterstützen soll. Auch der Ganztagsanspruch, der in diesem Sommer in Kraft tritt, gilt als wichtige Stellschraube.

Die Ziele sind seit Jahrzehnten dieselben. Chancengerechtigkeit und Bildungsgerechtigkeit sollen jedem Kind unabhängig von der sozialen Herkunft und vom Geldbeutel der Eltern optimale Entwicklungsmöglichkeiten sichern. Doch viel erreicht wurde bislang nicht, ähnliche Befunde standen schon in den Bildungsberichten der vergangenen 30 Jahre. Neben der Schule rücken nun verstärkt auch das Elternhaus und die Kita in den Blick, um Kinder im Alter von null bis sechs Jahren besser zu fördern.

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