Rund um Bremen beschäftigt die Tierheime seit Monaten eine ungewöhnliche Serie. Immer wieder werden ausgesetzte Chihuahuas gefunden, und weil den Mitarbeitern die Häufung eigenartig vorkam, trugen sie die Fundorte auf einer Karte zusammen, um einen Überblick über das Ausmaß zu bekommen.
Dabei zeigte sich ein Muster. Die Tiere tauchten meist um den Monatsanfang oder das Monatsende herum auf. Begonnen hatte die Chihuahua-Serie Anfang Februar in Bassum mit den ersten beiden Hunden, danach wurden es immer mehr, verteilt rund um Bremen. Vieles deutet darauf hin, dass die Chihuahuas zusammengehören.
Zu den ausgesetzten Tieren gehört die Chihuahua-Dame Candy, die rund sechs Wochen später gemeinsam mit Mandy und Andy gefunden wurde. Sie alle sind inzwischen im Tierheim Brinkum untergebracht, wo sich die Mitarbeiter um die Hunde kümmern und versuchen, ihre Herkunft zu klären.
Normalerweise lässt sich über den Chip eines Hundes der Halter herausfinden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass dieser auch registriert ist. Genau das ist hier das Problem: Weder Candy noch ein weiterer Hund namens Schenzi sind über den Chip einem registrierten Halter zuzuordnen.
Sarah Ross, die Leiterin des Tierheims Brinkum, versuchte dennoch, über die Chip-Nummern mehr herauszufinden. Tatsächlich gelang es ihr, ein Wurfgeschwister aufzuspüren, das damals ebenfalls von einem Händler gekauft worden war. Doch die Halterin konnte sich nicht mehr an den Namen des Händlers erinnern, und auch sonst war er nirgends notiert.
Damit lief die Spur ins Leere, und es bleibt die Frage, wer Mandy, Candy und die übrigen Tiere ausgesetzt hat und wer hinter der Chihuahua-Serie steckt. Ross vermutet einen Vermehrer, also einen illegalen Züchter, der möglicherweise überfordert ist oder das Geschäft aufgibt und seine Zuchttiere nach und nach aussortiert.
Nach dieser Einschätzung würde der mutmaßliche Vermehrer vor allem jene Tiere loswerden, die sich schlecht verkaufen lassen und mit denen er auffliegen könnte. Auch Sina Fair, die Leiterin des Tierheims Bremen, hält einen solchen Hintergrund für denkbar und ist sich sicher, dass noch weitere Chihuahuas auftauchen werden.
