Fahrräder werden in Deutschland nicht nur gestohlen, ihr Ersatz wird auch immer teurer. Die Schadenssumme pro Diebstahl ist deutlich gestiegen. Vor zehn Jahren lag sie bei 571 Euro, inzwischen liegt sie bei mehr als 1.200 Euro.
Der Grund dafür ist, dass die entwendeten Räder heute deutlich teurer und hochwertiger sind als noch vor zehn Jahren. Damit bleibt die Schadenssumme insgesamt weiterhin sehr hoch. Für die Betroffenen bedeutet jeder Diebstahl einen entsprechend größeren finanziellen Verlust.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft spricht mit Blick auf die Entwicklung von alarmierenden Zahlen. Nach Angaben des Verbands zahlt die Branche inzwischen rund 150 Millionen Euro pro Jahr bundesweit. Der Grund sei vor allem, dass immer wieder teurere Fahrräder gestohlen werden.
Weil der oft langwierige Schriftverkehr mit den Versicherungen den Verlust nur bedingt ausgleicht, setzen immer mehr Menschen auf Vorbeugung. Eine Möglichkeit ist das Codieren des eigenen Fahrrads. Vor dem Velokiez des ADFC in Berlin-Kreuzberg will etwa Alexander sein Rad codieren lassen, um eine gewisse Abschreckung zu erreichen.
Die Codierung erleichtert es der Polizei, ein Fahrrad eindeutig zu identifizieren und es anschließend an seine Besitzerinnen und Besitzer zurückzuführen. Erst kürzlich gingen beim ADFC zwei Nachrichten ein, weil codierte Fahrräder gefunden worden waren. Diese konnten ihren Eigentümern wieder zurückgegeben werden.
Möglich ist das, weil der ADFC die Daten der Menschen verwahrt, die ihr Fahrrad haben codieren lassen. Fragt die Polizei nach, ob diese Daten herausgegeben werden können, gibt der Verein sie weiter. So lässt sich ein gefundenes Rad seinem rechtmäßigen Besitzer zuordnen, was ohne Codierung deutlich schwerer gelingt.
