In Hessen gibt es künftig eine neue Schulform, die Jugendliche gezielt auf den Weg in eine Ausbildung bringen soll. Der Hessische Landtag hat das Modell beschlossen, und zwar ohne Gegenstimmen. Auch aus der Opposition gab es viel Lob für die neue Schulform.
Das Angebot richtet sich vor allem an Jugendliche, die nicht einfach nur mitlaufen, sondern mehr Unterstützung, mehr Orientierung und vor allem mehr Begleitung auf dem Weg in die Ausbildung brauchen. Für sie soll dieses zusätzliche Jahr eine gezielte Hilfe sein.
Ein zentrales Element der neuen Schulform sind kleine Klassen mit höchstens 16 Jugendlichen. Dadurch soll eine gezielte Förderung möglich werden, bei der die Schülerinnen und Schüler enger begleitet werden, als es in größeren Klassen der Fall wäre.
Inhaltlich geht es vor allem darum, dass die Jugendlichen verschiedene Berufsfelder schon in der Schule näher kennenlernen. Das soll ihnen helfen, herauszufinden, welcher Beruf zu ihnen passt, und sie sicherer in ihrer beruflichen Entscheidung werden zu lassen.
Im besten Fall sind die Schüler nach einem Jahr fit für die Ausbildung. Das zusätzliche Jahr soll also nicht nur fachlich vorbereiten, sondern auch zur persönlichen Reife beitragen, damit die Jugendlichen ihren Weg finden.
Wie hilfreich der praktische Einblick sein kann, schildern die Jugendlichen selbst. Einer berichtet, er wisse nun genau, dass das Büro eher sein Ding sei. Andere erzählen von mehreren Praktika, etwa im Kindergarten, in der Pflege und im Einzelhandel, die ihnen Spaß gemacht hätten.
Für Kultusminister Schwarz von der CDU hat sich der Schulversuch bewährt. Auch deshalb wurde die neue Schulform nun im Hessischen Landtag verabschiedet, getragen von einer breiten Zustimmung über die Fraktionsgrenzen hinweg.
