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Tausende Kolumbianer kämpfen für die Ukraine gegen Russland

Tausende Kolumbianer kämpfen für die Ukraine gegen Russland

Schätzungen zufolge kämpfen rund 7.000 Kolumbianer und andere Lateinamerikaner aufseiten der Ukraine gegen Russland. Viele hofften auf schnelles Geld, doch der Drohnenkrieg ist hochgefährlich, hunderte sollen bereits gestorben sein. Der Fall des gefangenen Kämpfers José und die Kritik von Präsident Gustavo Petro am Söldnertum zeigen die Schattenseiten.

Schätzungen zufolge kämpfen etwa 7.000 Kolumbianer und andere Lateinamerikaner aufseiten der Ukraine. Seit Jahren rekrutiert die ukrainische Armee ausländische Kämpfer, weil sie im Abwehrkampf gegen Russland dringend Soldaten braucht. Der Einsatz ist hochgefährlich, und nach den im Bericht genannten Angaben sollen bereits hunderte Kolumbianer dabei ums Leben gekommen sein.

Einer von ihnen ist Chris, der seit sechs Monaten an der Front ist. Solange Gott ihn dort halten wolle, werde er bleiben, sagt er, und beschreibt die Ukrainer als eine coole Familie, die ihn besonders behandle. Einer seiner ukrainischen Ausbilder sei früher Spanischlehrer gewesen, so verständige man sich. Chris will mit seinem Einsatz seine Töchter stolz machen, auch wenn seine Familie große Angst um ihn hat.

Sein Kommandant erklärt, gerade Kolumbianer seien für den Dienst gut geeignet. Probleme gebe es vor allem bei der Anpassung, weil die Verpflegung und die Landschaft anders seien und der lange Flug aus Kolumbien den Körper belaste. An der Kampferfahrung dagegen gebe es keinerlei Beschwerden. In den Schlafräumen unter der Erde wirkt die Heimat näher, doch an der Front haben die Männer keinen Kontakt, was die Angehörigen in Sorge stürzt.

Rund 10.000 Kilometer entfernt, südlich von Cali in der Stadt Popayán, lebt Cielo Paz mit ihrer Mutter und ihren Kindern. Für den Bau ihres Hauses hat sich die Familie hoch verschuldet. Ihr Mann José hoffte deshalb auf schnelles Geld in der Ukraine, denn die rund 340 Euro, die er zuvor als Soldat in Kolumbien verdiente, reichten nicht aus, um alles zu bezahlen.

Heute bereut die Familie diesen Schritt. José habe nicht gewusst, worauf er sich einlasse, sagt sie, denn dort werde mit Drohnen gekämpft, und es handle sich um weit stärker entwickelte Länder mit Waffen und Ausrüstung, die es in Kolumbien gar nicht gebe. José wollte rasch wieder nach Hause, geriet aber zusammen mit seinem Freund Alexander Ante in russische Kriegsgefangenschaft. Der russische Staatssender RT veröffentlichte Bilder der beiden, die wegen Söldnertums zu 13 Jahren Haft verurteilt wurden.

Monatelang gab es keinen Kontakt, bis eine Vermittlerin Briefe aus der Haft brachte. In einem davon schreibt José an seine Frau, er trage diesen Brief mit all der Liebe in seinem Herzen, sie sei seine große Liebe und er vermisse sie sehr. Wann sie ihren Mann wiedersehen wird, weiß Cielo Paz nicht. Ihr bleibt vorerst nur das Warten in dem Haus, für das die Familie sich so hoch verschuldet hat.

Kolumbianische Kämpfer sind seit Jahren weltweit in Konflikten im Einsatz, etwa im Sudan, in Afghanistan und im Irak, weil viele Kampferfahrung aus dem jahrzehntelangen bewaffneten Konflikt im eigenen Land mitbringen. Ein Kämpfer namens Jakob, der früher gegen Guerillas und Drogenbanden kämpfte, sagt, der Krieg in der Ukraine sei mit nichts zu vergleichen, was er kenne, weil man gegen eine Weltmacht mit Artillerie und Kamikaze-Drohnen antrete. Kolumbiens linker Präsident Gustavo Petro kritisiert, dass Landsleute in fremde Kriege ziehen, und bezeichnet das Söldnertum als eine Form des Menschenhandels. Die Kämpfer selbst weisen den Begriff Söldner zurück und betonen, sie seien letztlich ukrainische Soldaten.

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