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Rassismus bei einem Planspiel für Jugendliche im Bundestag

Rassismus bei einem Planspiel für Jugendliche im Bundestag

Ein Planspiel im Bundestag, bei dem Jugendliche in die Rolle von Abgeordneten schlüpfen, ist nach Schilderungen von Teilnehmenden in rassistische Vorfälle umgeschlagen. Es soll zu rechtsextremen Symbolen, rassistischen Aussagen über sogenannte Blutsdeutsche und Passdeutsche sowie zu gesungenen Abschiebeparolen gekommen sein, in der Bundestagskantine zeigte ein Teilnehmer zudem das White-Power-Symbol. Der Streit mündete in einen Polizeieinsatz, und der Ältestenrat des Bundestags befasst sich nun mit den Vorwürfen, in denen auch eine mögliche Instrumentalisierung durch die AfD im Raum steht.

Eigentlich ist es als lehrreiche Sache gedacht: Bei einem Planspiel im Bundestag schlüpfen junge Menschen in die Rolle von Abgeordneten und erleben, wie Politik und das Parlament funktionieren. Diesmal jedoch ist die Veranstaltung nach Schilderungen von Teilnehmenden eskaliert, denn aus dem Spiel wurde nach diesen Angaben blanker Rassismus.

So berichtet ein Teilnehmer aus dem Umfeld der Jungen Union aus Siegburg von rassistischen Vorfällen während des Planspiels. Es seien Symboliken gezeigt worden, und es habe rassistische Aussagen gegeben, etwa dass man zwischen sogenannten Blutsdeutschen und Passdeutschen unterscheiden müsse. Zudem seien Abschiebeparolen gesungen worden.

Nicht nur im Plenarsaal soll es zu rassistischen Aussagen gekommen sein. In der Bundestagskantine habe ein Teilnehmer das White-Power-Symbol gezeigt, einen rassistischen Code. Dazu kamen nach den Schilderungen gegenseitige Beschimpfungen und Vorwürfe, und der Streit mündete schließlich sogar in einen Polizeieinsatz.

Inzwischen befasst sich der Ältestenrat des Bundestags mit dem Geschehen. Offensichtlich ist dort einiges aus dem Ruder gelaufen, und die erhobenen Vorwürfe wiegen schwer. Im Raum steht unter anderem die Behauptung, das Verhalten sei von Jugendlichen, die von der AfD nominiert wurden, instrumentalisiert worden.

Beklagt wird zudem ein als unmöglich empfundenes Verhalten gegenüber Teilnehmenden mit Migrationshintergrund sowie das Zeigen rechtsextremer Symbolik. Solche Vorwürfe, so der Tenor, schockierten zutiefst, gerade weil das Planspiel jungen Menschen eigentlich Demokratie näherbringen soll.

Die AfD wiederum stellt sich selbst als Opfer dar. Aus ihrer Sicht werde sie aktiv ausgegrenzt, Meinungen würden unterdrückt, und sie erhalte keinen einzigen Redebeitrag und werde nicht in den parlamentarischen Betrieb eingebunden. Eine Anfrage für ein Interview ließ die Partei an diesem Tag unbeantwortet.

Ein SPD-Politiker vermutet dagegen, die AfD habe das Planspiel bewusst für ihre Zwecke genutzt, um die demokratischen Institutionen und Angebote des Bundestags von innen heraus zu zersetzen. Der Teilnehmer der Jungen Union widerspricht der Darstellung, andere seien wegen ihrer Meinung ausgeschlossen worden, und spricht von einer Parallelgesellschaft, die sich nicht habe einbinden wollen. Die Bundestagsverwaltung berät nun, ob das Planspiel im kommenden Jahr anders organisiert werden soll.

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