Eine neue Studie hat untersucht, in welchen Ländern Europas der Widerstand der Bevölkerung gegen den Massentourismus am stärksten ausgeprägt ist. Das Ergebnis ist eindeutig: Spanien, Italien und Frankreich stehen an der Spitze der Rangliste. In diesen Ländern entlädt sich der Unmut der Einheimischen über die wachsenden Besucherzahlen am deutlichsten in Form von Protesten und öffentlichem Widerstand.
Für die Untersuchung wurden weltweit dreißig Länder unter die Lupe genommen. Bewertet wurden dabei die Intensität der Proteste, die Häufigkeit der Medienberichte sowie die erhobenen Steuern. Der Tourismus ist für viele Länder der Europäischen Union eine wichtige Einnahmequelle, sorgt zugleich aber für immer mehr Unmut bei den Anwohnerinnen und Anwohnern, die unter den Folgen leiden.
Spanien steht in dieser Rangliste an erster Stelle. Laut der Studie gab es dort Proteste an mehr als vierzig Orten im ganzen Land, von Barcelona bis zu den Kanarischen Inseln. Rechnerisch kommen auf jeden Einwohner mehr als zwei Touristen, was die ohnehin angespannte Wohnungskrise in vielen Regionen des Landes zusätzlich enorm verschärft.
Italien belegt den zweiten Platz. Hier kam es in zahlreichen Städten zu Protesten, darunter Venedig, Rom, Florenz, Neapel und Mailand. Der Unmut richtet sich vor allem gegen die Auswüchse der Kurzzeitvermietung von Wohnungen. So wurden nach Angaben der Studie sogar die Schlüsselkästen von Kurzzeitvermietern als Zeichen des Protests sabotiert.
Frankreich landet weltweit auf dem vierten und innerhalb Europas auf dem dritten Platz. Proteste gab es unter anderem in Marseille, Nizza und Paris, wobei sich der Widerstand dort vor allem gegen Kreuzfahrten richtet. Generell wächst der Unmut sowohl in den großen Städten als auch in den stark besuchten Küstenregionen des Landes immer weiter an.
Ganz anders stellt sich die Lage in zwei weiteren europäischen Ländern dar. Laut der Studie gelten Zypern und Albanien als die besucherfreundlichsten Länder. Dort ist der gesellschaftliche Widerstand gegen den Tourismus deutlich geringer ausgeprägt, was die beiden Staaten im internationalen Vergleich klar von den Spitzenreitern der Protestrangliste abhebt.
Die Ergebnisse verdeutlichen einen wachsenden Konflikt, der viele beliebte Reiseziele in Europa prägt. Auf der einen Seite bleibt der Tourismus eine zentrale wirtschaftliche Stütze, auf der anderen Seite verschärfen steigende Besucherzahlen Probleme wie die Wohnungsnot und die Überlastung ganzer Stadtviertel. Genau aus diesem Spannungsfeld speist sich der zunehmende Protest in den am stärksten betroffenen Ländern.
