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Lohnlücke in der EU: Frauen verlieren 358 Milliarden Euro pro Jahr

Lohnlücke in der EU: Frauen verlieren 358 Milliarden Euro pro Jahr

Für jeden Euro, den ein Mann in der EU verdient, erhält eine Frau nur 88,90 Cent. Übers Jahr verdienen Frauen laut Schätzung des Europäischen Gewerkschaftsbundes fast 3.900 Euro weniger als Männer, zusammen mehr als 358 Milliarden Euro. Luxemburg ist das einzige EU-Land, in dem Frauen mehr verdienen. Eine EU-Richtlinie zur Lohntransparenz soll gegensteuern, deren Frist die meisten Länder verpasst haben.

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen bleibt in der Europäischen Union ein hartnäckiges Problem. Für jeden Euro, den ein Mann verdient, erhält eine Frau in der EU im Schnitt nur 88,90 Cent. Diese scheinbar kleine Differenz summiert sich über Millionen von Beschäftigten zu einer gewaltigen Kluft, die Jahr für Jahr Bestand hat und die wirtschaftliche Gleichstellung von Frauen spürbar bremst.

Über ein Jahr hinweg verdienen Frauen in der EU nach Schätzung des Europäischen Gewerkschaftsbundes durchschnittlich fast 3.900 Euro weniger als Männer. Für eine einzelne erwerbstätige Frau kann der Verlust sogar mehr als 5.000 Euro jährlich betragen, ein Betrag, der über ein ganzes Arbeitsleben hinweg zu erheblichen finanziellen Nachteilen führt.

Hochgerechnet auf alle betroffenen Frauen erreicht die Lohnlücke enorme Dimensionen. Nach den Angaben büßen die 92,5 Millionen berufstätigen Frauen in der EU insgesamt mehr als 358 Milliarden Euro pro Jahr ein. Diese Zahl macht deutlich, dass es sich nicht um ein Randproblem handelt, sondern um einen strukturellen Nachteil mit weitreichenden gesellschaftlichen Folgen.

Innerhalb der Union gibt es dabei eine bemerkenswerte Ausnahme. Luxemburg ist das einzige Land in der EU, in dem Frauen mehr verdienen als Männer, und zwar um etwa 474 Euro pro Jahr. Der Sonderfall zeigt, dass eine Angleichung der Löhne grundsätzlich möglich ist, während der Rest der Union weiterhin eine Lücke zulasten der Frauen aufweist.

Um das Problem anzugehen, hat die EU eine Richtlinie zur Lohntransparenz verabschiedet. Sie soll Beschäftigten mehr Einblick in die Gehaltsstrukturen ihrer Arbeitgeber geben und so helfen, ungerechtfertigte Unterschiede sichtbar zu machen. Transparenz gilt als eines der wichtigsten Instrumente, um die Lohnlücke überhaupt erst nachvollziehbar und damit angreifbar zu machen.

Die Umsetzung stockt allerdings. Die Frist zur Umsetzung der Richtlinie lief am 7. Juni ab, doch die meisten EU-Länder haben diese Frist verpasst. Damit bleibt das zentrale Instrument gegen die Lohnlücke vorerst wirkungslos, während Frauen in der EU weiterhin Jahr für Jahr Milliarden an entgangenem Einkommen hinnehmen müssen.

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