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2025 wird laut Daten zum stärksten Streikjahr in der EU seit 1991

2025 wird laut Daten zum stärksten Streikjahr in der EU seit 1991

Vorläufige Daten des Europäischen Gewerkschaftsinstituts deuten darauf hin, dass 2025 ein Rekordstreikjahr in der EU seit 1991 wird. Am häufigsten wurde zwischen 2020 und 2024 in Finnland, Belgien und Frankreich gestreikt, während der gewerkschaftliche Organisationsgrad seit Jahrzehnten zurückgeht.

Das Jahr 2025 könnte zum stärksten Streikjahr in der Europäischen Union seit 1991 werden. Darauf deuten vorläufige Daten des Europäischen Gewerkschaftsinstituts hin, die eine deutliche Zunahme von Arbeitskampfmaßnahmen in mehreren Mitgliedstaaten erkennen lassen. Sollte sich der Trend bestätigen, wäre es das höchste Streikaufkommen seit mehr als drei Jahrzehnten.

Besonders ausgeprägt war die Streikbereitschaft in den Jahren zwischen 2020 und 2024. In diesem Zeitraum haben Beschäftigte in Finnland, Belgien und Frankreich innerhalb der Europäischen Union am häufigsten die Arbeit niedergelegt. Diese drei Länder stechen damit aus dem europäischen Durchschnitt deutlich heraus und prägen das Bild der jüngsten Arbeitskämpfe auf dem Kontinent.

Als wesentlicher Antrieb hinter dieser Entwicklung gelten die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Vor allem dort, wo die Löhne den inflationsbedingten Anstieg der Preise nicht ausgleichen konnten, griffen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verstärkt zum Mittel des Streiks. Der Druck auf die Kaufkraft hat sich damit unmittelbar in einer höheren Zahl von Arbeitsniederlegungen niedergeschlagen.

Parallel zu dieser Streikwelle zeigt sich jedoch ein gegenläufiger Trend bei der Organisation der Arbeitnehmerschaft. Der gewerkschaftliche Organisationsgrad hat sich seit 1985 etwa halbiert und ist von rund 30 auf 15 Prozent gesunken. Eine Ausnahme von dieser Entwicklung bildet Belgien, wo die gewerkschaftliche Verankerung deutlich stabiler geblieben ist als in den übrigen Ländern.

Auch der Anteil der Beschäftigten, die unter Tarifverträge fallen, ist in den vergangenen 30 Jahren spürbar zurückgegangen. Besonders deutlich fällt dieser Rückgang in den mittel- und osteuropäischen Ländern aus, wo die Tarifbindung in vielen Branchen an Bedeutung verloren hat. Damit sind immer weniger Arbeitsverhältnisse durch kollektive Vereinbarungen abgesichert.

Bemerkenswert ist das Zusammentreffen dieser beiden Entwicklungen: Während die Zahl der Streiks auf einen Rekordwert zusteuert, schrumpft zugleich die institutionelle Verankerung der Gewerkschaften in Form von Mitgliedschaft und Tarifabdeckung. Die wachsende Konfliktbereitschaft trifft also auf eine Arbeitnehmerschaft, deren klassische Organisationsstrukturen seit Jahrzehnten schwächer werden.

Einschränkend gilt, dass die Datenlage über Arbeitskampfmaßnahmen in Europa insgesamt spärlich ist und nicht alle Länder vergleichbar erfasst werden. Dennoch lassen sich aus den verfügbaren Zahlen klare Tendenzen ablesen, die auf eine angespanntere Lage am europäischen Arbeitsmarkt und auf einen wachsenden Unmut über die Entwicklung der Lebenshaltungskosten hindeuten.

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