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Eurofound: Jeder elfte EU-Beschäftigte in unfreiwillig prekärer Arbeit

Eurofound: Jeder elfte EU-Beschäftigte in unfreiwillig prekärer Arbeit

Laut einer neuen Eurofound-Studie steckt etwa jeder elfte Arbeitnehmer in der EU in unfreiwilliger atypischer Beschäftigung. Am stärksten betroffen sind die Mittelmeerländer, allen voran Italien, während jüngere und wohlhabendere EU-Staaten bessere Werte aufweisen.

Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Europa ist unsichere Arbeit längst kein vorübergehender Zustand mehr, sondern Alltag. Laut einer neuen Studie der EU-Agentur Eurofound steckt etwa jeder elfte Beschäftigte in der Europäischen Union in einer sogenannten unfreiwilligen atypischen Beschäftigung. Die Zahlen zeichnen das Bild eines tief gespaltenen Arbeitsmarktes.

Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich eine sehr konkrete Realität: Die Betroffenen arbeiten in Teilzeit, mit befristeten Verträgen oder in beiden Formen zugleich, weil sie keinen stabilen und unbefristeten Vollzeitarbeitsplatz finden. Es handelt sich also nicht um eine freie Entscheidung, sondern um eine Notlösung, die sich für viele Menschen über Jahre hinzieht.

Eurofound geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen noch deutlich höher liegen dürfte als bislang offiziell erfasst. Damit rückt ein Problem in den Blick, das in der Debatte um Beschäftigung und Wachstum oft unterschätzt wird, weil sich hinter niedrigen Arbeitslosenquoten eine wachsende Schicht unsicherer Jobs verbergen kann.

Besonders ausgeprägt ist die Jobunsicherheit der Studie zufolge in den Mittelmeerländern, die nahezu geschlossen die instabilsten Arbeitsmärkte aufweisen. An der Spitze steht Italien, wo jeder fünfte Beschäftigte keinen festen Arbeitsplatz hat. Das Land bildet damit das Schlusslicht unter den untersuchten Staaten.

Dicht dahinter folgt Spanien mit einem Anteil von siebzehn Prozent. Auch Zypern, Portugal und Griechenland liegen mit Werten von über zwölf Prozent klar im oberen Bereich. Diese Häufung im Süden Europas verweist auf strukturelle Schwächen, die sich über konjunkturelle Schwankungen hinweg verfestigt haben.

Am anderen Ende der Skala stehen vor allem jüngere EU-Mitgliedsstaaten. Rumänien, Litauen, die Slowakei, Ungarn, Bulgarien und Estland verzeichnen die niedrigsten Anteile an prekärer Beschäftigung. In diesen Ländern spielt unfreiwillige Teilzeit- oder Befristungsarbeit eine spürbar geringere Rolle als im europäischen Durchschnitt.

Dazwischen liegt eine Gruppe wohlhabenderer Staaten mit einem ausgeglicheneren Verhältnis. Deutschland, Österreich, Irland, die Niederlande und Dänemark kommen auf Quoten zwischen vier und fünf Prozent. Die Ergebnisse legen nahe, dass stabile Arbeitsverhältnisse in Europa stark vom jeweiligen nationalen Arbeitsmarkt abhängen und keineswegs überall selbstverständlich sind.

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