Auf einem Bauernhof in Königstädten bei Rüsselsheim hat es am gestrigen Abend gebrannt. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen und zugleich die Tiere aus den Ställen in Sicherheit zu bringen, während sich das Feuer über das Gelände des Hofes ausbreitete.
Trotz des heftigen Feuers konnten nach Angaben der Einsatzkräfte rund 20 Rinder aus dem brennenden Stall gerettet werden, darunter eine Kuh, die Feuerwehrleute aus dem Gefahrenbereich führten. Die Tiere kamen mit ein paar blauen Flecken davon und werden nun in der Nachbarschaft untergebracht, bis ihre Versorgung dauerhaft geklärt ist.
Wie groß der Brand war, zeigt der Umfang des Einsatzes. Rund 160 Feuerwehrleute, viele davon ehrenamtlich, kämpften gegen die Flammen und arbeiteten bis in die frühen Morgenstunden, um den Brand auf dem Gelände einzudämmen und ein weiteres Übergreifen auf umliegende Gebäude zu verhindern.
Die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. Bis nach Mainz und Frankfurt wurden Anwohnerinnen und Anwohner gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten, um sich vor dem Rauch zu schützen. Das Ausmaß des Feuers war damit weit über den eigentlichen Brandort hinaus deutlich wahrnehmbar.
Besonders problematisch war die Lage des Hofes im alten Ortskern. Dort steht alte Bausubstanz mit Lehmbauten und Dacheindeckungen, die noch mit Holzbindern errichtet wurden, sodass akute Einsturzgefahr bestand. Hinzu kam, dass es im alten Ortskern nur kleine Wasserleitungen und damit wenig Hydrantenleistung gibt, was die Löscharbeiten erschwerte.
In der Nachbarschaft war die Anteilnahme groß, und viele Menschen unterstützten die Einsatzkräfte. Ein Nachbar erlaubte der Feuerwehr sogar, seinen Swimmingpool anzuzapfen. So konnten noch einmal rund 24.000 Liter Wasser für die Löscharbeiten genutzt werden, nachdem der Pool dafür geleert worden war.
Verletzt wurden bei dem Brand zwei Menschen. Der Landwirt musste mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden, ein Feuerwehrmann erlitt einen Kreislaufkollaps und kam ebenfalls in ärztliche Behandlung. Beide hatten sich bei dem stundenlangen Einsatz und den schwierigen Bedingungen vor Ort überlastet.
Die Brandursache wird noch ermittelt. Nach Angaben der Behörden kann eine Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden. Auch am Tag danach mussten die Einsatzkräfte weiter nachlöschen, da der verwinkelte und einsturzgefährdete Bauernhof nicht überall zugänglich ist und sich immer wieder neue Glutnester bilden konnten.
