LIVE PROTOCOL
EET--:--:-- edition--.--.--

Dauercamper am Wolletsee sollen Tourismusplänen weichen

Dauercamper am Wolletsee sollen Tourismusplänen weichen

Am Wolletsee bei Angermünde in Brandenburg gibt es einen langen Streit zwischen Dauercampern und der Stadt. Familie Rostock verbringt dort seit 36 Jahren ihre Sommer und sieht den Campingplatz längst als ein Stück Heimat. Doch die Stadt Angermünde setzt auf mehr Tourismus mit Ferienhäusern, zusätzlichen Caravanplätzen, einem Restaurant und neuen Freizeitangeboten, wofür langjährige Camper ihre Plätze räumen sollen. Kritik gibt es auch, weil sich das Vorhaben in einem Naturschutzgebiet abspielt und an anderer Stelle neue Tourismusflächen geplant sind. Trotz der Bedenken hat die Stadtverordnetenversammlung dem touristischen Ausbau mehrheitlich zugestimmt.

Am Wolletsee bei Angermünde in Brandenburg schwelt ein langer Streit zwischen Dauercampern und der Stadt. Der Konflikt gilt als beispielhaft für viele Regionen im Land, in denen langjährige Stellplätze und neue Tourismuspläne aufeinandertreffen.

Mittendrin ist Familie Rostock, die seit 36 Jahren ihre Sommer am Wolletsee verbringt. Für sie ist der Campingplatz weit mehr als ein Urlaubsort, er ist über die Jahre zu einem Stück Heimat geworden. Sie beschreiben den Platz als eine kleine Oase der Ruhe, an der schon ihre Tochter und später die Enkeltochter laufen gelernt haben.

Die Stadt Angermünde dagegen setzt auf mehr Tourismus. Ferienhäuser, zusätzliche Caravanplätze, ein Restaurant und neue Freizeitangebote sollen den Wolletsee für Besucher attraktiver machen und die Region wirtschaftlich stärken.

Für diese Pläne sollen jedoch langjährige Dauercamper ihre Plätze räumen. Das sorgt für erheblichen Unmut, zumal sich das gesamte Vorhaben in einem Naturschutzgebiet abspielt, das eigentlich besonders geschützt ist.

Während bestehende Stellplätze aufgegeben werden sollen, sind an anderer Stelle neue Tourismusflächen geplant. Viele Camper sehen darin einen Widerspruch und fragen, warum dort renaturiert werde, wo längst Strukturen für den Campingtourismus bestehen, um an anderer Stelle im Biosphärenreservat für vielleicht 100 oder 150 zusätzliche Plätze einzugreifen.

Die Bürgermeisterin sieht in dem Projekt dagegen vor allem Chancen für die Region. Die Pläne gingen weit über die bloße Sanierung des bestehenden Strandbads hinaus und sollten Angermünde als Tourismusstandort stärken, etwa für Bildungs- und Aktivtouristen sowie für Wassertouristen, die zum Wandern, Radfahren oder an den See kämen.

Trotz der Kritik hat die Stadtverordnetenversammlung gestern mehrheitlich grünes Licht für den touristischen Ausbau gegeben. Viele Dauercamper zeigten sich enttäuscht und bezweifeln, dass der Wolletsee durch die neuen Pläne tatsächlich mehr Touristen anziehen wird.

Loading article...